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Leseprobe:
Aber
Tatjana war ja nun fort. Und hier war ihr Geliebter, umringt von
fremden Frauen, nackt, mit einem Glied, das überraschend groß und
wollüstig gegen den Himmel ragte, mit einer Brust, auf der sie am
liebsten eingeschlafen wäre, mit Armen, die so stark waren, dass er
sie damit beschützt hatte. Die Seufzer und Lustschreie der Frauen, die
sich so unbeschwert und bar jeder Scham ihren Spielen hingegeben
hatten, hatten sie in den vergangenen beiden Tagen erregt, auch wenn
sie es vor ihrer Freundin und Dienerin niemals zugegeben hätte. Und
nun konnte sie es kaum ertragen zuzusehen, wie die anderen ihn
umschmeichelten, ihn, der eigentlich ihr gehörte, auch wenn sie nicht
einmal seinen richtigen Namen wusste.
Sie
bemerkte, dass sie beobachtet wurde. Eine Braunhaarige, deren Haar
ebenso wie ihre Augen die Farbe reifer Haselnüsse hatte, blickte
unentwegt herüber. Jetzt lächelte sie sogar. Lucrezia sah weg. Da
spürte sie eine Bewegung neben sich. Die Frau war tatsächlich
herübergekommen. Ihre wohlgeformten Brüste, deren rosige Spitzen sich
durch das dünne Gewand abzeichneten, berührten ihren Arm, als sie sich
dicht neben sie setzte. Lucrezia zuckte zurück, als sie die Hand nach
ihr ausstreckte. Die andere lächelte stärker, beugte sich näher.
„Mein
Name ist Adriana. Du musst keine Angst haben“, sagte die Frau mit
einer weichen, angenehmen Stimme. „Ich will dir nichts tun. Ich möchte
dir nur helfen.“
Lucrezia starrte sie an. „Mir helfen?“
„Ja,
denn ich weiß, wie du dich fühlst.“
Adrianas zarte, ringgeschmückte Hände streichelten über ihr Haar und
Lucrezia, die eine verständnisvolle Freundin brauchen konnte, hielt
dankbar still. Sie spürte, wie die andere ihren Zopf öffnete, zu dem
Tatjana ihr Haar am Hinterkopf geflochten hatte, mit geschickten
Fingern die Flechten löste, bis ihr lockiges Haar über ihre Schultern
und ihren Rücken fiel. Sie empfand die Berührung der anderen nicht
unangenehm, sondern sehr tröstlich und war dankbar, dass wenigstens
eine in diesem Raum sie zur Kenntnis nahm. Obwohl sie es natürlich
vorgezogen hätte, die Hände ihres falschen Raffaelos in ihrem Haar zu
spüren. Und nicht nur in ihrem Haar...
Die
Hände glitten weiter, von ihrem Haar auf ihren Rücken, streichelten.
Aber als sie ihre Brüste berührten, zuckte Lucrezia abermals zurück
und stieß sie weg. Adriana hielt inne und musterte sie mit einem
nachdenklichen Blick, dann erhob sie sich und ging auf die andere
Seite des Raumes. Lucrezia sah ihr kurz nach, erleichtert, dass sie
gegangen war und starrte dann wieder zu ihrem ehemaligen Liebessklaven
hinüber, der von Zärtlichkeiten förmlich überschüttet zu werden
schien. Sie sah zwar nicht sein Gesicht, konnte zwischen den anmutigen
Körpern hindurch jedoch immer wieder einen guten Blick auf sein
pralles Glied werfen, das empor stand und bei jeder Berührung der
weichen Hände zuckte. Wie gerne wäre sie nun an der Stelle der
anderen! Wie sehr wünschte sie, es wären ihre Hände, die über diesen
erregenden Schaft strichen, ihn umfassten, zwischen seine Beine
glitten und dort Sachen taten, die sie nicht genau sehen konnte, die
aber einen großen Eindruck auf ihn zu machen schienen.
Und
ihre Zunge sollte es sein, die über seine Schenkel glitt, die Spitze
seines Gliedes berührte, seinen Bauch liebkoste und nicht die dieser
Rothaarigen!
Sie
wandte erst den Blick, als Adriana wieder zu ihr zurückkam. In der
Hand hielt sie einen goldenen Becher. Lucrezia wehrte sie ab, als sie
ihn an ihre Lippen setzen wollte.
Adriana
lachte. „Kein Gift, meine misstrauische Freundin. Es ist eine Art
Elixier. Mir hat es zu Beginn auch geholfen, Gefallen an den
Liebkosungen des Paschas zu finden. Dabei hatte ich Glück“, plauderte
sie weiter, „der Pascha ist kein schlechter Herr, kein grausamer
Mensch. Er weiß das gute Leben zu schätzen und gibt uns alles, was wir
wollen und brauchen.“ Sie deutete auf die Frauen, die sich immer noch
heftig um den falschen Sebastiano bemühten. „Die Rothaarige, die so
großen Gefallen an deinem Gatten findet, heißt Gerania. Sie ist am
längsten von uns im Harem und ebenfalls eine der Favoritinnen, von
denen sich Murath nicht einmal während seiner Reisen trennte...“
Lucrezia hörte längst nicht mehr hin. „Mein Gatte?!“, fragte sie
fassungslos.
Adriana
musterte sie. „Ja, gewiss. So wurde uns gesagt.“
In
Lucrezia stieg etwas Unbeschreibliches hoch. Er hatte sie anderen
gegenüber als seine Frau bezeichnet – aus welchem Grund auch immer –
und damit etwas getan, was seinem Bruder, der sich davongestohlen
hatte, niemals eingefallen wäre. Er hatte sich zu ihr bekannt, zu ihr,
einer völlig Fremden. Nun, nicht so völlig fremd, fiel ihr ein,
während ihr die Röte in die Wangen stieg, schließlich hatte er mehr
von ihr gesehen und gekostet als je ein Mann zuvor. Mehr sogar als
Raffaelo, den sie wochenlang gekannt hatte, und der sie so hart mit
seinen Liebkosungen bedrängt hatte.
Als sie
schwieg, hielt ihr Adriana abermals den Kelch hin. „Es wird dir helfen
das zu tun, was du möchtest und doch nicht wagst.“
Lucrezia hob den Blick und sah in die wissenden Augen der anderen. Sie
fühlte, wie sie noch tiefer errötete. „Woher...“
„Ich
kenne die Zeichen der Lust an einer anderen Frau“, erwiderte die
Schönheit lächelnd. Ihre haselnussbraunen Augen blinzelten ihr
verschmitzt zu. „Du begehrst deinen Mann. Du willst dich ihm und
diesem Liebesspiel hingeben. Du willst ebenso wie die anderen dort
neben ihm knien, ihn streicheln, ihn liebkosen und das Gefühl von Lust
und Macht spüren, wenn er sich unter deinen Händen windet.“ Sie nickte
ihr zu. „Trink, meine neue Schwester. Trink diesen Wein, der mit süßem
Elixier vermischt ist, und du wirst keine Bedenken mehr haben, deiner
Leidenschaft nachzugeben.“
Lucrezia sah Adriana an, dann blickte sie zu ihrem ehemaligen
Gefangenen hinüber. Der stöhnte, wand sich, seine Beine zuckten fast
ebenso wie sein Glied. In diesem Moment sah sie mit einer Mischung aus
Neugier und Widerwillen, wie die rothaarige Gerania ihr leichtes
seidiges Gewand hochstreifte und sich dann mit gespreizten Beinen auf
das steil emporragende Glied sinken ließ. Als sie den Kopf wandte und
Lucrezias entsetzten Blick bemerkte, lachte sie und hob das Gewand
etwas mehr, bis ihre Scham sichtbar wurde.
Es war
für Lucrezia, die die Frauen die letzten beiden Tage nackt gesehen und
zugesehen hatte, wie sie von einigen Dienerinnen rasiert worden waren,
keine Überraschung, dass die vollen Lippen unbehaart waren. Auch ihr
hatte man diese Behandlung angeboten, aber sie hatte abgelehnt. Und
nun sah sie atemlos zu, wie zuerst die große geschwollene Spitze und
dann der ganze harte, mit Adern durchzogene Schaft zwischen den
rosigen, dicken Lippen verschwand, bis sie ganz auf ihm saß, sodass
ihre weiche, glatte Scham seine dunkle, gekrauste, berührte. Zugleich
stöhnte ihr Geliebter auf, während die Rothaarige mit einem Seufzen
den Kopf zurückwarf. Sie schaukelte sanft auf ihm, wippte leicht vor
und zurück, bewegte sich in Kreisen, was auf den Mann unter ihr einen
bemerkenswerten Einfluss hatte.
Die
Blonde kniete sich hinter Gerania, zog ihr das Gewand über den Kopf,
sodass sie völlig nackt war und warf es fort. Gerania verdrehte die
Augen und stieß leichte Stöhnlaute aus, als die fremden Hände um ihren
Körper glitten, ihre Brüste massierten, sie streichelten, hochhoben um
dem unten liegenden Mann durch diesen Anblick noch einen zusätzlichen
Genuss zu verschaffen. Zarte Finger zwickten und rieben die rosigen
Spitzen so lange, bis sich die Höfe zusammenzogen und die Warzen hart
wegstanden.
Die
weißen Hände glitten an Geranias weißem Körper entlang, streichelten
über deren Bauch und wanderten dann noch weiter hinunter, bis die
ringgeschmückten Finger zwischen die weichen Lippen tasteten, dort
massierten, wo Lucrezia vor fast drei Tagen die Zunge ihres
Liebessklaven gefühlt hatte. Die Rothaarige bäumte sich auf, bewegte
sich schneller. Sie hatte nun selbst begonnen ihre Brüste zu
liebkosen, zu streicheln, während ihre hinter ihr hockende Freundin
sie mit ihren Händen neckte, ihre Finger unaufhörlich zwischen ihren
Beinen rieb. Lucrezia atmete schneller, fast vermeinte sie die
Berührungen auf ihrem eigenen Körper zu fühlen. Ihr Blick glitt zu
ihrem fremden Geliebten, der schwer atmete und dessen Blick auf
Garanias feuchten Lippen, ihrem wippenden Busen und den streichelnden
Händen der anderen lag, die die weiche Scham noch mehr geöffnet
hatten, und ihm einen unverhüllten Blick auf das rosige Innere, in dem
sein Glied verschwunden war, boten.
Das war
zuviel. Es bedurfte jetzt wohl keiner Überlegung mehr. Sie setzte den
Becher an die Lippen und trank ihn in einem Zug leer.
Adriana
lächelte. „Das war vernünftig.“ Sie nahm sie bei der Hand und zog sie
hoch. „Und jetzt komm, es wird nicht lange dauern, bis die Wirkung
eintritt.“
Lucrezia kam etwas unsicher auf die Beine, aber sie wusste nicht, ob
es schon der mit diesem Mittel versetzte Wein war oder die Erregung
darüber, im Begriff zu sein einen Schritt zu tun, von dem sie bisher
nur geträumt hatte. Und geträumt hatte sie davon in den einsamen
Nächten im Kloster, als sie die leisen Stöhnlaute ihrer Freundinnen
gehört hatte, die sich gemeinsam in einem Bett zusammengekuschelt
hatten, stets auf der Hut vor der jeweiligen Nonne, die gerade
Aufsicht hatte. Sie hatte allerdings mehr davon erhofft, einen Mann zu
besitzen und von ihm besessen zu werden. Und jetzt wollte sie diesen,
der dort lag, und den sie mehr begehrte, als sie sich das jemals hatte
vorstellen können. Und wenn sie ihn nicht anders haben konnte als
gemeinsam mit einigen anderen Frauen, dann sollte ihr das auch Recht
sein.
Eine
plötzliche Hitze überkam sie, ließ sie wanken. Adriana legte den Arm
um sie und hielt sie fest. „Es wirkt bereits“, flüsterte sie an ihrem
Ohr. Ihr Atem strich seltsam erregend über ihre Haut. „Lass dich
einfach in deine Lust und Leidenschaft fallen, meine süße Schwester.
Vergiss alles, was man dich daheim lehrte. Glaube mir, das Leben
bietet mehr als das. Weit mehr. Nimm es an und denke nicht darüber
nach.“
Lucrezia nickte kichernd. Sie fühlte sich berauscht. Glücklich. Voller
Verlangen. Ihr ganzer Körper schien vor Lust und Lebensfreude zu
pulsieren, sie taumelte weiter und glitt neben den anderen Frauen an
der Seite ihres ehemaligen Liebessklaven, der Gerania mit wachsender
Verzückung anstarrte, auf die Knie.
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