Schwarze Rose der Nacht

Erschienen: 05/2010

Genre: Historical Romance
Zusätzlich: Dominanz & Unterwerfung

Location: London

Seitenanzahl: 224 (Übergröße)


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paperback & ebook

ISBN:
Print: 978-3-93828-156-7
ebook: 978-3-86495-009-4

Preis:
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Schwarze Rose der Nacht


Inhaltsangabe

London im Jahr 1880: Ein unheimlicher Frauenmörder terrorisiert Whitechapel, wo auch die in finanzielle Not geratene Violet lebt! Sie hält sich mit Klavierstunden über Wasser und lebt bei ihrer Freundin Rose, einer gutsituierten Prostituierten. Violets Angst vor dem unheimlichen Mörder, von dem sie sich verfolgt fühlt, lässt sie eine Stellung im Haus des ebenso mysteriösen wie wohlhabenden Nicolas Marlow annehmen. In Nicolas' düster-verwinkeltem Haus fühlt Violet sich jedoch zunehmend unwohl - etwas Unheimliches geht hier vor! Doch ihre Geldnot und Nicolas' Anziehungskraft lassen Violet in Nicolas' Haus bleiben. Die unerfahrene Violet entdeckt ihre eigene Sinnlichkeit; sie verfällt Nicolas' ausgefallenem Liebesspiel mit Haut und Haar! Doch tagsüber verhält sich Nicolas Violet gegenüber kühl und verächtlich. Wohin verschwindet Nicolas jede Nacht? In welcher Beziehung steht er zu dem Frauenmörder? Violet ahnt nicht, dass sie der Lockvogel in einem mörderischen Spiel ist ...

 

"Jack the Ripper is back - eingebettet in eine Love-Story. Spannend bis zum letzten Schnitt."

Tanya Carpenter ("Tochter der Dunkelheit")

 

 

Hörprobe "Erotic Morning Lounge": [Schwarze Rose der Nacht - gelesen von Rena Larf]

Über die Autorin

Patricia Amber ist das Pseudonym der Autorin Hilke Sellnick. Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte sie u.a. zahlreiche Romane, Heftromane und Drehbücher. Die geborene Niedersächsin stammt aus einer Schauspielerfamilie, die ihre Kreativität früh förderte. Seit etlichen Jahren lebt sie im hessischen Idstein,...

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Leseprobe

Szene 1

 

Mitten auf der Fleetstreet geriet die Menge ins Stocken und Violet wurde aus ihren Gedanken gerissen. Ärgerliche Rufe waren zu hören, Menschen drängelten gegeneinander, Fäuste wurden gehoben, Stöcke geschwungen. Dann machte die Nachricht die Runde, ein Pferd sei gestürzt und der umgekippte Wagen verbarrikadiere den Durchgang. Violet stand auf der Stelle, ihr Bündel fest an sich gepresst und wehrte sich dagegen, im Gedränge gegen eine Hauswand gedrückt zu werden, denn das hätte ihren Mantel ruiniert. Wertvolle Zeit verging, einige Polizisten schoben sich mit rüden Bewegungen durch die Menge, eine alte Frau, die mit...

...einem Bauchladen unterwegs war, wurde zu Boden gerissen und Violet griff rasch zu, um ihr wieder auf die Füße zu helfen.

„Vergelt’s Gott, junge Lady“, krächzte die Alte und versuchte sich den Schmutz aus dem zerschlissenen, braunen Rock zu wischen. „Es wird immer schlimmer mit der Menschheit. Der Mörder, der in Whitechapel umgeht, soll sie alle abstechen. Sie haben’s nicht besser verdient, diese geilen Weiber, die sich für Geld verkaufen.“

„Was reden Sie da?“, sagte Violet entsetzt.

Ein intensiver Brandyduft schlug Violet entgegen, dass ihr fast schlecht wurde. Sie wollte zurückweichen, doch die Alte hatte ihre Notentasche mit dürren, schmutzigen Fingern umkrallt und hielt sich an ihr fest.

„Er wird wieder zuschlagen, junge Lady. Noch in dieser Nacht wird er sich sein Opfer holen.“

In den hellen, fast durchsichtigen Augen der Alten spiegelte sich Irrsinn, und Violet wich erschrocken zurück, als der lippenlose Mund sie angrinste.

„Im Nebel auf dem Pflaster - schwarz und weiß und rot“, stieß die Alte hervor und lachte dann laut auf. Der Brandygestank hüllte Violet ein wie eine dichte Wolke, ein Entkommen war unmöglich, denn sie waren zwischen den Menschen eingeklemmt.

„Schwarz das Haar, weiß die Haut und rot das Blut, das über das Pflaster läuft“, krähte die Alte mit heiserer, sich überschlagender Stimme, bis ein junger Kerl mit einer Matrosenmütze ihr einen Schubs gab, sodass sie zur Seite taumelte und Violets Tasche fahren lassen musste.

„Lass die Lady in Ruhe und halt dein besoffenes Maul, alte Krähe!“

Violet nutzte den Augenblick, um sich zwischen den Menschen hindurch ein wenig weiter nach vorn zu schieben. Im diffusen Licht einer Straßenlaterne konnte sie erkennen, wie einige Männer sich bemühten, den gestürzten Wagen wieder aufzustellen, während der Kutscher das aufgeregte Pferd am Halfter hielt. Jetzt endlich geriet die Menge wieder in Fluss, die Polizisten trieben die Gaffer beiseite und sorgten dafür, dass sich der Stau auflöste.

Violet eilte so rasch ihre Füße sie trugen voran und bemerkte bald, dass ihre Ahnung zur Wahrheit geworden war. Nebel stiegen auf, ließen die Vorübergehenden zu dunklen Silhouetten werden und bald waren sogar die Lichter an den Schaufenstern und die Straßenlaternen nichts weiter als gelbliche Flecken im grauen Dunst.

Sie hatte noch mehr als die halbe Strecke vor sich und sie bereute jetzt ihre Entscheidung, die südliche Route genommen zu haben, denn nun würde sie über den Friedhof von St. Paul gehen müssen.

Die Geräusche um sie herum wurden dumpfer und leiser, schienen vom Nebel aufgesogen zu werden. Hier und da tauchte eine Gestalt vor oder neben ihr auf, nur als dunkler Umriss zu erkennen und ebenso wie sie mit eiligen Schritten voranstrebend. Als sie den Friedhof erreichte, konnte sie den Weg unter ihren Füßen kaum sehen, spürte nur das glitschige Laub, das hier reichlich verstreut lag und sie versuchte, so dicht wie möglich an der Mauer entlang zu laufen, um sich nicht im Nebel zwischen den Bäumen und alten Grabsteinen zu verirren. Schweigen des Todes umgab sie, nur ihr eigener, überlauter Herzschlag schlug den Takt zu ihren Schritten, und die düsteren Steine der Friedhofsmauer wiesen ihr den Weg. Als sie endlich wieder den schwachen Schein einer Straßenlaterne erblickte, wäre sie vor Erleichterung fast darauf zu gerannt. Gelbliche Dunstschwaden bewegten sich in ihrem matten Licht wie schwebende, einander umfließende Geister.

Jetzt ist es nicht mehr weit, dachte sie. Nur noch die Cannonstreet entlang und dann links hoch in die King Williamstreet. Dann bin ich fast da. Meine Güte – Grace wird ganz sicher Tee für uns beide gemacht haben und schon ungeduldig auf mich warten.

Wie spät mochte es sein? Gewiss schon fast zehn, der dumme Unfall hatte sie eine gute Weile aufgehalten. Sie schwor sich, niemals wieder am Abend diesen Weg zu laufen und eilte auf den Lichtschein zu. Dann, plötzlich, ohne dass auch nur das kleinste Geräusch sie gewarnt hätte, spürte sie, wie jemand ihre Arme von hinten fasste und sie festhielt.

Sie schrie gellend auf und versuchte, sich loszureißen, doch gleich darauf wand sich ein kräftiger Arm um ihre Taille und sie fühlte einen kleinen Stich im Rücken dicht unter dem linken Schulterblatt.

„Nein!“, keuchte sie verzweifelt und wand sich unter dem harten Griff. Es war zwecklos, der Angreifer war stärker als sie und hielt sie mit eiserner Kraft an sich gepresst.

„Still“, flüsterte eine Stimme dicht an ihrem Ohr. „Wenn du dich bewegst, dringt das Messer dir ins Herz.“

Sie spürte keine Panik, dazu war die Gefahr zu unmittelbar. Glasklar lag die Erkenntnis vor ihr, dass sie sterben würde. Der Mann würde sie entweder sofort töten, oder sie zuerst eine Weile quälen, so wie er es mit den anderen Frauen getan hatte.

Ein inneres Zittern befiel sie, während sie jetzt unbeweglich stand und darauf wartete, was er tun würde. Vielleicht hatte sie ja noch eine Chance, mit dem Leben davon zu kommen. Vielleicht würde er unachtsam sein, einen Fehler begehen. Vielleicht kam jemand vorbei, der ihr helfen würde.

Das Messer in ihrem Rücken verharrte an Ort und Stelle, drang nicht tiefer ein, wurde aber auch nicht zurückgenommen. Seine Spitze hatte sich durch Mantel, Kleid und Korsett gebohrt und ihre Haut geritzt, gerade so tief, dass sie es spüren konnte. Doch es bedurfte nur eines kleinen, festen Stoßes um sie zu töten.

Sie konnte den heißen Atem des Mannes in ihrem Nacken spüren. Er atmete hastig, sein Mund war so dicht an ihrem Hals, dass sie fast seine warmen Lippen zu fühlen glaubte. Jetzt löste er den Griff um ihre Taille und seine Hand suchte die Haken, die ihren weiten Mantel verschlossen. Sachte, ohne sich zu beeilen, löste er einen Haken nach dem anderen. Er tat es geschickt und mit Sorgfalt, als wolle er das Kleidungsstück auf keinen Fall beschädigen.

Als seine Hand unter den Mantel fuhr und Violets Kleid berührte, zuckte sie zusammen. Sogleich spürte sie, wie das Messer sich ein wenig tiefer in ihre Haut schob und sie erstarrte.

„Nicht bewegen – sonst dringt es dir ins Herz“, hauchte er dicht an ihrem Nacken.

Seine Lippen waren heiß und trocken und sein lautloses Flüstern hatte etwas von einem Menschen, der sich in Trance befindet. Schaudernd ließ Violet geschehen, dass seine Finger mit den Knöpfen ihres Kleides spielten, sie drehten und zwirbelten und endlich über ihre Brust zu dem kleinen Kragen wanderten, um die Häkchen zu öffnen.

Ein leichter Wind bauschte ihren weiten Mantel und ließ die Enden flattern wie die schweren Flügel eines Nachtvogels. Nebelschwaden umzogen sie, legten sich mit feuchter Kühle auf ihre Haut, als der Mann jetzt das Oberteil des Kleides auseinanderzog.

Tastend glitten seine Finger über ihr entblößtes Dekolleté, suchten die kleine Senke ihrer Halsgrube und wanderten langsam ihren Hals aufwärts bis zum Kinn. Sie bog den Kopf zurück und fühlte erbebend, wie seine Hand sachte wieder hinabglitt, über ihren Kehlkopf strich, einen Augenblick dort verharrte und sich dann weiter nach unten bewegte.

„Nein!“

„Still!“

Das Messer stach tiefer in ihren Rücken und es tat weh. Er hakte ihr Korsett unter dem Hemd auf, arbeitete rasch und sicher, so als vollführte er diese Bewegungen täglich, glitt mit einer langsamen Bewegung über ihre bloße Haut und legte seine Hand für einen kleinen Moment unter ihre linke Brust.

Er atmete jetzt stoßweise und so heftig, dass sie meinte, er würde sie verbrennen. Ihr Herz hämmerte und sie wusste, dass er es nur allzu deutlich fühlen konnte. Warum tat er das mit ihr? Warum dachte er sich solch verrückte Dinge aus? Oh Gott – was mochte er noch alles mit ihr vorhaben, bevor er ihr endlich das Leben auslöschte?

Plötzlich war sie frei. Ungläubig stand sie im Nebel, spürte ihren Peiniger nicht mehr, fühlte nur die Kälte, die ihre bloße Haut berührte – doch das Messer in ihrem Rücken war verschwunden.

Sie wandte sich um – doch die Dunkelheit hinter ihr war undurchdringlich. War das ein hinterhältiges Spiel, das er mit ihr treiben wollte? Würde er Vergnügen dabei empfinden, ihrer verzweifelten Flucht zuzusehen, um sie dann doch wieder einzuholen und endgültig in seine Gewalt zu bringen?

Zögernd ging sie einige Schritte – dann überfiel sie eine wilde Panik und sie begann zu laufen. Sie raffte ihre Röcke, rannte mit offenem Kleid und flatterndem Mantel auf das gelbliche Laternenlicht zu und hörte das Klappern ihrer Absätze auf dem Straßenpflaster.

Es ist doch genau das, was er will, schalt sie sich. Bleib stehen, versuche in der Dunkelheit unterzutauchen.

Doch die Angst war übermächtig. Wie eine Besessene lief sie durch die dunkle, dunstverhangene Straße, rang schon bald nach Luft und blieb dennoch nicht stehen, denn sie hielt das knatternde Geräusch, das ihr flatternder Mantel erzeugte, für die Schritte ihres Verfolgers.

Erst als ihre Kräfte endgültig zu schwinden drohten und sie nur noch gleißende Fünkchen vor den Augen sah, verlangsamte sie die Schritte und lehnte sich schließlich vollkommen erschöpft gegen die hölzerne Wand eines Gebäudes. Um sie herum dröhnte das Hämmern ihres eigenen Herzens. Dann erblickte sie schwankende, dunkle Gestalten vor sich im Nebel und hörte Stimmen, die ein wohlbekanntes Lied grölten.

„Oh my darling Clementine …“

Eine Gruppe betrunkener Seeleute wankte durch die Straße, auf der Suche nach der nächsten Kneipe. Es war nicht die beste Gesellschaft, normalerweise wäre sie diesen Leuten vorsichtig ausgewichen, doch jetzt raffte sie hastig den Mantel um sich und eilte auf die Männer zu, als seien diese eine rettende Insel.

„He Süße! Kommst ja aus dem Nebel wie ein Gespenst!“

Lachende Gesichter wandten sich ihr zu, sie atmete den Geruch von Brandy und Bier vermischt mit stinkendem Kautabak. Einer der Kerle umfasste ihre Taille und wollte sie an sich ziehen, ein anderer stieß ihn beiseite.

„He Mann! Das is‘ ‘ne feine Dame. Da musst du dich benehmen, du Walross!“

„Die ist ja ganz blass, die Kleine. Hast wohl ’nen Geist im Nebel gesehen, was?“

„Oder den Mörder, der hinter den hübschen Dunkelhaarigen her ist. Pass gut auf, Kleine. Bist genau sein Typ! Komm lieber mit uns, da hast du jede Menge Spaß.“

Sie nutzte den Umstand, dass die Burschen nicht mehr ganz standfest waren, und entwischte ihnen. Es war nicht mehr weit, sie hatte es fast geschafft. Wenige Minuten später riss sie an dem Haus, in dem Grace wohnte, fast die Glocke ab. Als das erschrockene Mädchen öffnete, stürzte sie wie besinnungslos in den Flur.

Grace stand oben an der Treppe, aufgeputzt und gepudert, ihr apfelgrünes Samtkleid schimmerte im Licht der Wandlüster. Sie sah erschrocken auf die vollkommen verstörte Violet hinunter.

„Violet - um Gottes willen. Was ist geschehen? Weshalb kommst du so spät? Wie siehst du nur aus?“

Violett war nahe daran, in Tränen auszubrechen, doch dann erblickte sie neben Grace einen seltsamen Menschen, den sie hier noch nie zuvor gesehen hatte und sie nahm sich unwillkürlich zusammen.

Der Mann war hochgewachsen und trug einen schwarzen Gehrock, dazu einen Hut mit schmaler Krempe. Sein Gesicht wirkte blass, die Nase scharf und in dem durchdringenden Blick, mit dem er sie musterte, lag unverhohlene Spottlust. Es war ohne Zweifel dieser Ausdruck in seinen Zügen, der Violet veranlasste, ihre Gefühle zu unterdrücken. Vor diesem Menschen würde sie ganz gewiss nicht wie eine hysterische Person anfangen zu heulen.

Der neue Kunde stieg gemächlich die Treppe nach unten, warf Grace einen kurzen Abschiedsgruß zu und zog seine Handschuhe aus feinem, schwarzem Leder an. Er ging schweigend an Violet vorbei und verließ das Haus, ohne sie weiter zu beachten.

 

 

Szene 2

 

Das Essen verlief ausgesprochen fröhlich, was vor allem daran lag, dass Forch den Hauptteil der Unterhaltung übernahm. Den anderen Teil bestritt Violet, die sich in seiner Gesellschaft unbefangen fühlte und heiter dahinplauderte. Marlow warf nur hin und wieder einen Satz ein, saß jedoch die meiste Zeit schweigend an seinem Platz, aß – wie gewohnt – sehr wenig, trank dafür jedoch mehrere Gläser Sherry. Sein Blick ruhte häufig auf Violet, die an diesem Abend besonders hübsch aussah, denn sie hatte das Haar auf neue Art aufgesteckt und die rote Farbe ihres neuen Gesellschaftskleides warf einen warmen Schein auf ihre helle Haut. Sie war nicht nur eine aufmerksame Zuhörerin, sie verstand es auch, die richtigen Fragen zu stellen, sie lachte herzlich und ging gutmütig auf die Scherze des Gastes ein. Als sie später – unter Einwirkung eines Glases Rotwein - von ihrer Begeisterung für die Musik des großen Beethoven sprach, glühte sie vor Aufregung, und Forch sah sie lächelnd an.

„Wollen wir Miss Burke bitten, ein wenig für uns zu spielen, Nicholas? Ich glaube, sie würde mir damit eine große Freude machen. Und dir gewiss auch.“

Violet sah mit zweifelnder Miene zu Marlow hinüber, denn sie fürchtete, er werde abwinken. Doch zu ihrer Überraschung zuckte er die Schultern, so als halte er den Vorschlag zwar für reichlich überflüssig, wolle aber seinem Freund den Spaß nicht verderben.

„Dann entschuldigen Sie mich bitte für einen Moment, Gentlemen. Ich gehe nur rasch auf mein Zimmer hinauf, um meine Noten zu holen.“

Während sie die Treppen hinauf lief, spürte sie plötzlich ein merkwürdiges, völlig ungerechtfertigtes Glücksempfinden in ihrem Inneren. War es die Wirkung des Weins, den sie zum Essen getrunken hatte? Während man miteinander am Tisch saß und plauderte, hatte sie für einige Augenblicke das Gefühl gehabt, Marlow sehe sie mit völlig anderen Augen an.

Nimm dich in acht, sagte sie zu sich selbst. Bilde dir nur nicht ein, dass er etwa in dich verliebt wäre. Du bist nichts als sein Spielzeug.

Und wenn es ihr gelänge, durch die Musik einen Weg zu ihm zu finden? Zu jenem Nicholas Marlow, der er früher einmal gewesen war.

Sie suchte in ihrem Notenstapel und wählte schließlich ein Werk von Beethoven, das sie ganz besonders liebte. Es war ein anspruchsvolles Werk und sie würde an ihre technischen Grenzen gelangen, dazu kam, dass Marlows Klavier ihr neu und ungewohnt sein würde. Doch kein anderes Musikstück hatte sie so sehr aufgewühlt wie dieses.

Sie ging langsam durch den Flur, das Notenheft an die Brust gepresst, immer noch unentschlossen, ob sie dieses Wagnis eingehen sollte. Aber was hatte sie schon zu verlieren?

Von unten drangen Stimmen zu ihr hinauf. Die beiden Männer hatten sich in der Halle eingefunden und in Erwartung des Klaviervorspiels auf den Rattanstühlen Platz genommen.

„Ich weiß, dass es völlig absurd ist, Nicholas. Dennoch solltest du vorsichtig sein. Die ganze Stadt ist in Aufruhr und meine ehemaligen Kollegen bei der Polizei stehen unter einem riesigen Druck.“

„Was könnte es euch nützen, den Falschen zu verhaften? Der Mörder von Whitechapel wird weiter sein Unwesen treiben.“

„Es geht auch um deine Reputation als Anwalt. Allein der Verdacht – selbst wenn er sich als falsch erweist – kann schon großen Schaden anrichten. Das weißt du selbst am besten.“

„Was soll ich tun? Auswandern?“

„Du könntest für eine Weile auf Reisen gehen. Quartiere dich bei irgendwelchen Verwandten ein, die später bezeugen können, dass du dich bei ihnen aufgehalten hast.“

„Das ist doch absurd.“

„Eine Vorsichtsmaßnahme. Weiter nichts. Früher oder später wird er einen Fehler machen und die Kollegen kriegen ihn. Meine Güte – bin ich froh, dass ich schon im letzten Jahr meinen Abschied vom Dienst genommen habe und mir diese böse Geschichte erspart geblieben ist.“

„Ja, du bist ein Glückspilz, Jeremy!“

Violet hatte dem Gespräch ungläubig zugehört. Hatte sie recht verstanden? Marlow wurde verdächtigt, der Mörder von Whitechapel zu sein? Aber das war doch vollkommen irrsinnig. Sie schüttelte den Kopf und ging nun mit entschlossenen Schritten die Treppe hinunter.

Forch saß mit angewinkelten Knien, die Hände vor dem Bauch gefaltet und lächelte Violet erwartungsvoll entgegen, Marlow hatte die Beine weit ausgesteckt und den rechten Arm auf die Lehne des Stuhls gestützt. Er hatte sein Sherryglas mitgenommen, es neben sich auf das Tischlein gestellt und nippte hin und wieder davon. Seine Miene war unbeweglich, die Augen halb geschlossen und zu Boden gerichtet. Er sah aus wie ein Mensch, der eine unangenehme, aber leider unvermeidbare Angelegenheit über sich ergehen lassen muss.

Das Klavier hatte im Hintergrund des Raumes an der Wand gestanden, man hatte einen bunten Kelim darüber geworfen, weswegen Violet das Instrument zwischen den üppigen Topfpflanzen nicht gleich entdeckte hatte. Nun hatte man Charles beauftragt, das Instrument in die Mitte des Raumes zu rollen, und auch ein Klavierhocker hatte sich angefunden. Violet genoss den Moment, als sie den Deckel der Klaviatur anhob und schöne, mit Elfenbein belegte Tasten sichtbar wurden.

Probeweise schlug sie einige Tonfolgen an und stellte entzückt fest, dass das Instrument einen hervorragenden Klang hatte und – obgleich es lange nicht gespielt worden war - die Stimmung gehalten hatte. Ihr Herz klopfte, doch ihre Finger waren ruhig, wie immer, wenn sie Klaviertasten unter sich spürten.

Der erste Akkord erfüllte den Raum mit düsterem, erwartungsschwangerem Klang, ließ die Realität versinken und schuf eine fantastische Welt der Emotionen. Violet spielte wie im Rausch, hörte die Töne und Rhythmen in ihrem Inneren noch bevor ihre Hände sie spielten, gab sich der dunklen, erregenden Atmosphäre dieser Klangwelt vollkommen hin, spann sich darin ein, spürte sie am ganzen Körper.

Nach dem ersten Satz hielt sie inne, lehnte sich ein wenig zurück und ließ die Hände sinken, während all ihre Sinne noch bei der Musik waren. Niemand sagte ein Wort, doch sie spürte deutlich die Spannung im Raum und setzte ihr Spiel unaufgefordert fort. Als der letzte Akkord verklungen war, blieb sie still vor dem Instrument sitzen, lauschte den Tönen nach, dann schloss sie langsam das Notenheft und wandte ihr Gesicht den Zuhörern zu.

Forch musste eine Träne aus dem Augenwinkel wischen, dann riss er die Hände hoch und klatschte Beifall. Drüben am Kücheneingang fiel das Personal in den Applaus ein, Charles schlug die Hände so heftig zusammen, dass es einer Serie von Pistolenschüssen glich und Mrs. Waterbrook entfuhr der Satz:

„Der Himmel steh mir bei – das war großartig.“

Auch Maggy spendete jetzt Applaus – sie war auf einem Küchenstuhl in sanften Schlummer gefallen und von dem Beifall geweckt worden.

Violet sah neugierig zu Marlow hinüber, der die Augen geschlossen hielt. Als er ihren Blick spürte, blinzelte er und wandte das Gesicht zur Seite.

„Ziemlich gefühlsduselig, diese Appassionata“, sagte er zu Forch. „Ich finde, man sollte sie heutzutage nicht mehr spielen.“

Violet hatte das Gefühl, als habe ihr jemand einen Eimer mit eiskaltem Wasser übergekippt.

„Keine Sorge, Mr. Marlow“, sagte sie, sich mühsam beherrschend. „Ich werde Sie nie wieder mit meinem Geklimper belästigen.“

Damit stand sie auf und lief die Treppen hinauf in ihr Zimmer.

 

Warum hatte sie sich nur darauf eingelassen? Sie hätte sich doch denken können, dass dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war. Ach, sie hatte so viel von sich preisgegeben in ihrem Spiel – doch alle Gefühle, die sie so offen gezeigt hatte, waren an seiner harten Schale abgeprallt.

Violet saß auf ihrem Bett und versuchte, die Tränen zurückzuhalten. Nur undeutlich vernahm sie einen lauten, zornigen Wortwechsel, der unten in der Halle geführt wurde, dann schlug die Außentür zu. Gleich darauf stürmte jemand die Treppe hinauf, und die Tür der Bibliothek wurde mit ziemlicher Kraft ins Schloss geworfen.

Warum benehme ich mich so albern, dachte sie und wischte sich die Tränen von den Wangen. Ich musste damit rechnen, dass es so kommen würde, weshalb hatte ich nicht die Kraft, ihm eine kühle, ironische Antwort zu verpassen und zur Tagesordnung überzugehen? Stattdessen bin ich wie eine dumme Gans davongelaufen und habe damit auch Forch den Abend verdorben.

Haltung bewahren. Einer adeligen Lady, die von Kind an dazu erzogen wurde, ihre Gefühle zu verbergen, wäre so etwas nicht passiert. Aber sie war nun einmal keine adelige Lady, nicht einmal eine gestandene Hausdame – sie war eine dumme, kleine Klavierlehrerin, die sich verliebt hatte und bitter enttäuscht worden war.

Ja, nun war es sicher. Sie hatte sich in diesen schrecklichen Menschen verliebt. Wäre er ihr gleichgültig, dann hätte sie jetzt allerhöchstens ärgerlich sein dürfen. Aber sie weinte vor Enttäuschung.

Es war jetzt ruhig im Haus, nur aus der Küche war leises Geklapper zu hören – Mrs. Waterbrook war mit dem Abwasch beschäftigt. Violet erhob sich und trat ans Fenster, um in den düsteren Hof zu starren. Eine Straßenlaterne warf ihr diffuses, gelbliches Licht auf das Pflaster und ließ die Wacholderbüsche hinter dem Hof wie unförmige Riesen erscheinen.

Es war hoffnungslos, sie kämpfte gegen Windmühlen. Die Tränen flossen erneut, und sie musste ein Taschentuch aus der Kommode hervorkramen, um sich die Nase zu putzen.

Schritte wurden auf der Treppe hörbar, gleich darauf schlurfte jemand über den Flur.

„Miss Burke?“, rief Maggy von draußen.

„Was ist?“

„Mr. Marlow lässt Sie bitten, zu ihm herunterzukommen.“

Violet erschrak. Vermutlich war er wütend, weil sie davongelaufen war. Auf keinen Fall wollte sie ihm mit rot verweinten Augen gegenübertreten.

„Ich … ich kann jetzt nicht. Sag ihm, ich sei schon zu Bett gegangen.“

Maggy entfernte sich und Violet lauschte mit bangem Herzen auf ihre Schritte, unter denen die hölzernen Treppenstufen knackten und knarrten.

Jetzt würde er erst recht zornig auf sie sein. Vermutlich würde er ihr eine heftige Szene machen und sie würde große Mühe haben, sich zu verteidigen. Was konnte sie ihm schon vorwerfen? Seine Kälte? Seine Unhöflichkeit? Sein mangelndes Taktgefühl? Sie wusste schon im Voraus, dass er darüber nur lachen würde.

Seufzend schloss sie die Gardinen und begann, sich auszukleiden. Da hörte sie, wie unten eine Tür aufgerissen wurde und jemand die Treppe in den zweiten Stock hinauf stieg. Es war nicht Maggys Schritt, der war schwer und langsam. Diese Fußtritte waren elastisch und es hatte den Anschein, als nehme jemand mehrere Stufen auf einmal.

Sie hatte gerade noch Zeit, ihr Kleid wieder zu schließen, da klopfte es an ihrer Tür.

„Miss Burke! Ich möchte mit Ihnen reden!“

Sein Ton klang zwar entschlossen, aber keineswegs drohend. Dennoch wich sie erschrocken zurück und wäre fast gegen die Kommode gestolpert. Er ließ sich nicht so einfach abwimmeln, das hätte sie sich denken können.

„Ich … ich bin im Begriff, zu Bett zu gehen, Mr. Marlow.“

„Es dauert nur wenige Minuten. Lassen Sie mich hinein, oder kommen Sie in die Bibliothek hinunter.“

Was hatte er vor? Wollte er gar wieder eine seiner halbherzigen Entschuldigungen vorbringen? Sie mit seiner schlauen Überredungskunst versöhnen? Ich darf jetzt nicht nachgeben, fuhr es ihr durch den Kopf. Nicht wieder sein Spiel mitspielen.

„Kommen Sie herein.“

Sie hatte die Tür in ihrer Aufregung nicht abgeschlossen, so brauchte er nur den Türknauf zu drehen, um bei ihr einzutreten. Ruhig ging er einige Schritte in den Raum hinein, überflog die Einrichtung mit raschem Blick und blieb dann neben dem Kamin stehen. Sein Gesicht wirkte im Schein der Gaslampe noch bleicher als gewöhnlich, der Mund war sehr schmal und seine Augen flackerten unruhig, als er Violet ansah. Er stand einen Moment lang unbeweglich und schien Mühe zu haben, das Gespräch zu beginnen.

„Ich höre, Mr. Marlow“, sagte Violet schließlich ungeduldig. Ihr wurde unter seinem intensiven Blick unbehaglich, denn ihm war ohne Zweifel aufgefallen, dass sie geweint hatte.

„Sie haben vorhin ziemlich heftig reagiert“, sagte er. „Hätten Sie besser zugehört, dann hätten Sie bemerkt, dass ich kein einziges Wort über ihr Spiel verloren habe. Meine Kritik galt ausschließlich dem Werk, das mir momentan etwas abgedroschen erscheint.“

Es war eine einfache Feststellung und Violet erkannte verblüfft, dass er recht hatte. Er hatte Beethoven kritisiert und nicht ihr Klavierspiel. Immerhin – es war schlimm genug.

„Die Appassionata ist ein großartiges Werk voller Kraft und Emotionen“, sagte sie aufgeregt. „Wie können Sie da von abgedroschen sprechen?“

Er kniff die Augen zusammen, als müsse er gegen den Wind laufen und wandte den Kopf ein wenig zur Seite.

„Vielleicht stört mich gerade diese außerordentliche Gefühlsaufwallung. Die Menschen empfinden nicht alle gleich, Miss Burke.“

Seine Züge waren jetzt so abweisend, dass sie fast starr wirkten. Er hatte die Augenbrauen gesenkt und sah an Violet vorbei auf eine Stelle an der Wand, wo nichts, aber auch gar nichts zu erkennen war. Plötzlich begriff sie, dass seine Maske bröckelte, dass er seine kalte Gleichgültigkeit nur noch mit großer Mühe bewahren konnte. Er log, wenn er behauptete, diese Musik nicht zu lieben. Er wagte nicht einzugestehen, wie sehr ihn diese Klänge im Innersten berührt hatten. Sie hatte erreicht, was sie sich vorgenommen hatte.

„Ich verstehe, Mr. Marlow.“, sagte sie leise.

Der weiche Klang ihrer Stimme stand einen Augenblick lang im Raum und sie sah, dass seine Wangenmuskeln zuckten. Dann wandte er abrupt den Kopf und sah sie mit grauen, kühlen Augen an.

„Hören Sie zu, Miss Burke: Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass Sie nicht die Richtige für diese Aufgabe sind. Deshalb schlag ich vor, dass wir uns unverzüglich trennen.“

Violet war auf alles Mögliche gefasst gewesen, aber nicht darauf. Er wollte sie fortschicken. Gerade jetzt, da sie schon geglaubt hatte, einen Schritt weiter zu sein. Vielleicht tat er es gerade deshalb.

„Aber … wir haben einen Monat Probezeit verabredet.“

„Das weiß ich. Ich mache Ihnen deshalb ein Angebot: Sie behalten alle Kleider und ich zahle Ihnen zusätzlich das Honorar für ein ganzes Jahr. Allerdings nur unter einer Bedingung.“

Es war ein unglaubliches Angebot. Hundert Pfund für nur vier Tage, an denen sie eigentlich kaum gearbeitet hatte.

„Was für eine Bedingung?“

„Sie werden London verlassen und sich irgendwo in der Provinz einrichten. Mit dem Geld werden Sie eine Weile zurechtkommen – was Sie dann unternehmen, ist Ihre Sache.“

„Aber weshalb sollte ich das tun?“, wunderte sie sich.

„Das liegt doch auf der Hand“, gab er gelassen zurück. „Ich habe Sie überall als meine Nichte vorgestellt. Es wäre ziemlich unpassend, wenn jemand Sie in naher Zukunft in der Stadt treffen und daraufhin ansprechen würde. Vor allem, falls Sie vorhätten, wieder bei Ihrer Freundin Grace Unterschlupf zu suchen.“

Sie kniff die Lippen zusammen und wurde zornig. So also war das. Sie hatte sein Spiel mitgemacht und nun, da er es sich anders überlegt hatte, sollte sie verschwinden, um ihm keinen Ärger zu bereiten.

„Nein, Mr. Marlow“, sagte sie eigensinnig. „Ich verzichte auf dieses großzügige Angebot. Wenn Sie mich unbedingt loswerden wollen, dann werden Sie den Probemonat einhalten müssen. Ich verlasse dieses Haus keinen Tag früher. Auch nicht für Hundert Pfund!“

Jetzt war es an ihm, verblüfft zu sein. Es war sogar mehr als Verblüffung, es war blankes Entsetzen.

„Sie werden in diesem Fall nichts erhalten, Miss Burke. Wollen Sie tatsächlich auf so viel Geld verzichten?“

Stolz hob sie den Kopf und blitzte ihn mit schmalen Augen an.

„Ich beharre auf dem, was in unserem Vertrag steht!“

Er schlug wütend mit der Faust auf den Kaminsims und hätte dabei fast den kleinen Metallspiegel herabgestürzt.

„Zur Hölle mit Ihrem Starrsinn! Ich weiß, dass Sie das Geld brauchen können. Warum greifen Sie nicht zu, wenn es Ihnen in den Schoß fällt?“

„Ich will das Geld nicht“, sagte sie ruhig. „Ich möchte nicht von hier fortgehen.“

Er trat auf sie zu, unsicher und von Gefühlen, die er gar nicht zulassen wollte, hin und hergerissen. Seine Augen waren jetzt weit geöffnet und sie färbten sich dunkel.

„Du dummes Mädchen“, flüsterte er. „Du denkst doch nicht etwa, ich würde dich …“

„Ich bin nicht naiv, Mr. Marlow. Ich weiß sehr wohl, wer ich bin und woher ich komme. Eine Heirat zwischen uns ist vollkommen ausgeschlossen.“

Er war ihr schon zu nahe gekommen und Violet spürte die Anziehung, die sein Körper auf sie ausübte.

„Ich verdopple die Summe“, flehte er.

„Nein.“

„Du bist wahnsinnig, Violet. Ich will, dass du gehst.“

Marlow streckte die Arme nach ihr aus. Sacht, und ohne sich dessen bewusst zu sein, strebte sie ihm entgegen.

„Ich werde bleiben“, hauchte sie, während er sie umschlang.

Er suchte ihren Mund und seine Zunge drängte sich so heftig zwischen ihre Lippen, dass sie leise aufstöhnte. Sie hatte so stark bleiben wollen, doch jetzt, in diesem Augenblick war ihr alles gleich. Sie wollte ihn nicht verlassen, was auch immer er mit ihr tat.

Er betupfte ihr Gesicht mit zärtlichen Küssen, strich ihr mit leichtem Finger das Haar aus der Stirn, ließ seine Hände zart um ihre kleinen Ohrmuscheln kreisen. Ihre vollen Lippen boten sich ihm dar, sodass er seine darauf presste und tief mit der Zunge in ihre warme Mundhöhle eintauchte. Violets Atem flog, sie hatte die Arme um seinen Nacken gelegt und er ließ die Hände gemächlich an ihrem Rücken entlang in die Tiefe gleiten, um ihren Po zu ertasten und ihr Becken sachte an seinen Körper zu pressen.

„Du hast es so gewollt, Violet“, murmelte er an ihrem Ohr.

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