|
Leseprobe:
Szene 1
Liza Stoner war eine hübsche Blondine mit unechten Brüsten,
die beinahe den engen Body sprengten, in den sie sie gezwängt hatte.
Der kurze Rock reichte knapp über ihren runden Hintern, das lange
blonde Haar hatte sie am Hinterkopf zusammengebunden und mit einem
bunten Tuch verziert. Obwohl sie teure Klamotten und Accessoires trug,
wirkte sie irgendwie ein bisschen nuttig. Na ja, das kam ja auch nicht
von ungefähr. Immerhin hatte sie vor ihrer Hochzeit mit Victor Stoner
als Model und Callgirl gearbeitet und da eine ganze Menge über die
Männer und den Sex erfahren. Allerdings schien sie sich mit dem Greis
einen Brocken eingeheimst zu haben, der größer war, als sie schlucken
konnte. Unter ihrem Make-up war ihr Gesicht blass, und Amber entgingen
auch nicht die ersten feinen Fältchen, die sich in ihren Augenwinkeln
bildeten. Sie war permanent müde, und schuld an dieser Müdigkeit war
ihr Gatte, der ständig Sex von ihr wollte.
Sie saßen in einer dieser leicht schummrigen Bierbars, in
denen man nicht auffiel. Wer hierher kam, wollte seine Ruhe haben. Meistens
waren es Säufer, die sich hier volllaufen ließen, bis sie gerade noch die
Rechnung bezahlen und auf allen Vieren nach Hause kriechen konnten. Wer in
solche Kneipen ging, wollte niemanden kennen und nicht erkannt werden. Der
ideale Ort für Verhandlungen von der Art, wie sie Liza und Nancy alias Amber
miteinander zu führen hatten.
„Es ist unglaublich“, sagte Liza, den Blick auf ihr Glas
geheftet, in dem eine rote Flüssigkeit perlte. „Aber der alte Knacker wird
von Tag zu Tag geiler. Wissen Sie, die Kerle, mit denen ich früher zu tun
hatte, und die auch so alt waren wie er, die hatten nach einer Nummer echt
genug. Aber meiner will am liebsten den ganzen Tag. Ich muss mir dauernd
Neues einfallen lassen, um ihn zu beschäftigen.“
Ohne Scheu schilderte sie, was ihr Gatte und sie so
miteinander trieben. Amber kam zu dem Schluss, dass – wenn auch nur die
Hälfte von dem stimmte, was Liza erzählte – der alte Stoner ein echtes
Naturwunder sein musste.
„Ich kann nicht mehr“, schloss Liza ihren Bericht. „Der Kerl
laugt mich aus. Ich kann ihn einfach nicht länger ertragen.“
Nancy-Amber schwieg. Sie lehnte sich zurück und sah über
Lizas Kopf hinweg auf das fleckige Poster hinter ihr an der Wand. Es zeigte
den Mount Pik im Schnee. Ein paar Vögel kreisten über seinem Gipfel.
„Was soll das?“ Ambers Stimme klang so entspannt und
gelassen, dass Liza zunächst glaubte, sie wollte einfach nur ein wenig
plaudern. „Was wollen Sie wirklich von mir? Es ist doch ein Leichtes für
Sie, diesen Mann selbst umzubringen. Weshalb bringen Sie mich ins Spiel?“
Liza schluckte heftig. Kleine Schweißperlchen standen
plötzlich auf ihrer Stirn. „Weil, weil, weil ...“ Sie verhaspelte sich
völlig und fing noch einmal von vorne an. „Weil der verdammte Kerl einfach
nicht verreckt!“ Sie beugte sich vor und fuhr mit noch leiserer Stimme fort:
„Ich habe es versucht, ehrlich. Ich dachte, wenn ich ihn beim Sex nur
richtig rannehme, wird er schon mittendrin den Löffel abgeben. Aber er hat
bisher alle Praktiken überlebt.“
Mit zitternden Fingern holte sie eine Zigarette aus ihrer
Handtasche und zündete sie an.
„Miss – Nancy – ich meine, es ist doch wirklich unnatürlich,
dass ein Mann in Victors Alter solche Spielchen übersteht!“ Sie inhalierte
tief und stieß den Rauch wieder aus. „Hören Sie, ich brauche nur etwas, was
ihn alle macht. Den Rest erledige ich selber.“
Amber nickte. Wieder versank sie in Schweigen, den Blick auf
einen alten Mann gerichtet, der gerade an einem der Automaten seine
Sozialhilfe verzockte.
„Weiß jemand von den sexuellen Ausschweifungen Ihres
Gatten?“, fragte sie schließlich.
Liza nickte. „Die halbe Stadt.“ Sie stieß ein bitter
klingendes Lachen aus. „Er gibt damit vor allen Leuten an, ob sie’s hören
wollen oder nicht.“
Nancy-Amber nickte nachdenklich. „Dann würde es also
niemanden wundern, wenn Ihr Gatte bei der Ausübung seiner ehelichen
Pflichten das Zeitliche segnet?“
„Nee, darauf wartet die halbe Stadt.“ Liza kicherte
ärgerlich. „Nur leider tut er’s nicht. Im Gegenteil, der will immer mehr,
immer heißere Spiele.“
Nancy-Amber nickte erneut. Eine Weile dachte sie schweigend
über das Gehörte nach, dann blickte sie auf und sah Liza eindringlich an.
„Welche Spielzeuge und Hilfsmittel benutzen Sie und welche
davon schätzt Ihr Mann besonders?“, wollte sie wissen.
Liza lachte erneut auf. „Manches Kind hat nicht so viel
Spielzeug wie wir“, spottete sie. „Victor kauft laufend Neues. Er kann gar
nicht genug kriegen von diesen Gummi- und Lederfummeln und seinen Bonbons
und Cremes.“
„Viagra und Gleitcremes“, konkretisierte Liza, als sie
Nancy-Ambers leicht konsterniert gehobene Augenbraue gewahrte. „Er
verbraucht das Zeug kiloweise. Andere Männer mit seiner Konstitution wären
daran schon gestorben, aber meiner kann Viagra futtern wie Gummibärchen, und
es macht ihm nichts aus.“
Nancy-Amber beugte sich über ihren Timer und kritzelte etwas
hinein, das Liza nicht entziffern konnte, klappte ihn zu und erhob sich ohne
Vorankündigung.
„Wir treffen uns morgen um dieselbe Zeit hier“, erklärte sie
der jungen, geplagten Ehefrau. „Bringen Sie mir eine Tube dieser Cremes mit,
die Sie für Ihren Gatten benutzen. Meinen Preis dafür kennen Sie ja. Ich
erwarte ihn cash bei der Übergabe.“
Liza atmete auf. „Dann helfen Sie mir also? Mann, danke! Sie
können sich gar nicht vorstellen, wie froh ich bin!“
„Die Sache kostet Sie zweihunderttausend Dollar“, erwiderte
Nancy-Amber kühl. Sie erhob sich. „Wir sehen uns morgen Nachmittag Ecke
Livingstone-Palmer. Hier.“ Bevor Liza reagieren konnte, hatte Amber ihr eine
zusammengerollte Stofftasche in die Hand gedrückt. „Tun Sie die Tube da
hinein. Guten Tag.“
Damit verließ sie die schummrige Kneipe, ohne sich nach Liza
umzusehen, die ihr staunend hinterherstarrte. So was nannte man Coolness.
Diese Nancy hatte es drauf. Der traute sich bestimmt keines dieser saufenden
Arschlöcher da drüben an der Bar an den Hintern zu tatschen. Die strahlte
schon rein äußerlich so eine Kälte aus, dass man Angst haben musste, dass
einem die Fingerspitzen erfroren, wenn man sie anfasste. Vielleicht hätte
sie diese Eiskönigin zu einem flotten Nachmittags-Dreier zu sich nach Hause
einladen sollen?
Liza war gespannt, auf welche Weise die Eiskönigin bei Victor
vorgehen würde.
Szene
2
Das Plateau war mit saftigem Gras bewachsen. Nur hier und da
ragte ein bizarr geformter Felsbrocken auf. Es sah aus, als hätten sich
Riesen hier irgendwann in grauen Vorzeiten eine Steinschlacht geliefert.
Birken mit schlanken Stämmen standen in der Gesellschaft nervöser Espen,
deren Laub sich langsam golden zu färben begann, und deren schlanke Stämme
sich im See spiegelten, an dessen Ufer sie standen.
Eine Familie Wildenten vergnügte sich am Ufer, ohne die
Eindringlinge eines Blickes zu würdigen. Das Wasser war so glatt und klar
wie ein Spiegel. Er war so blank, dass die Bergkuppen darauf genauso
plastisch wirkten wie die Originale. Beim Näherkommen erkannte Amber glatte
Kieselsteine, die auf dem Grund lagen.
„Komm mal her!“, rief Scott, der bei der Baumgruppe stand.
Amber folgte seinem Ruf nur zögernd, denn der Anblick der
Landschaft nahm sie viel zu sehr gefangen. Als sie schließlich bei Scott
war, ließ sie sich von ihm erleichtert den Rucksack abnehmen. Er holte zwei
Decken heraus, die er auf dem Gras ausbreitete. Aus seinem Rucksack zauberte
er anschließend mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen eine Flasche
Wein, Pappbecher und eine Rolle Kekse, die er auf der Decke ablegte.
Aufatmend streckte Amber sich auf der Decke aus. Ihre Füße
schmerzten von dem ungewohnten Marsch, aber trotzdem fühlte sie sich
rundherum wohl. Glücklich sah sie der Entenfamilie zu, die am Ufer
gründelte.
„Dir gefällt es hier, nicht wahr?“ Scotts Stimme drang
störend in Ambers angenehme Gedanken.
Sie drehte widerwillig den Kopf. „Ja, es ist wunderschön
hier“, versicherte sie träge. Obwohl sie viel lieber einfach so liegen
geblieben wäre, nahm sie Scott den Becher ab, den er ihr reichte.
„Könntest du hier leben?“
Alarmiert spitzte Amber die Ohren. Nervös fragte sie sich,
warum ihr Herz plötzlich so unruhig gegen die Rippen hämmerte, sodass ihr
das Atmen schwer wurde.
„Das weiß ich nicht.“ Sie wich bewusst dem fragenden Blick
seiner Augen aus. „Im Moment muss ich noch arbeiten.“
„Sag mal, von dem bisschen, was du mit deiner Musik
verdienst, kannst du doch unmöglich leben!“
Erstaunt schnellte ihr Kopf hoch. Ihre grünen Augen hefteten
sich auf Scotts Gesicht.
„Woher willst du das wissen?“
Scott zuckte die Schultern. „Ich habe versucht, deine Spur zu
verfolgen.“ Er nahm einen Schluck aus seinem Becher und sah nachdenklich auf
den See. „Aber viel war da nicht zu finden.“
Amber trank hastig ein paar Schlucke, um ihr Entsetzen zu
verbergen. „Und wie hast du das angestellt?“
Scott zuckte erneut die Schultern. „Internet.“ Er sah sie
kurz an, dann blickte er wieder auf den See hinaus. „Zuerst habe ich dich
über deine ehemalige Band verfolgen können, aber nach eurer Trennung musste
ich mich auf die Konzertkalender verlassen. In den vergangenen Jahren
hattest du allerdings nicht viele Auftritte. Zu wenige, um davon zu leben,
wie ich meine.“
„Ich bin nicht anspruchsvoll“, murmelte Amber, während sie
fieberhaft überlegte, wie sie Scott davon abbringen konnte, weiter hinter
ihr herzuschnüffeln.
„Ja, aber sooo anspruchslos, dass du monatelang kein Geld
brauchst, kannst auch du nicht sein.“ Er sah sie erneut an. „Außerdem sieht
deine Garderobe, die du anhattest, als du zu mir kamst, nicht gerade nach
Woolworth-Ware aus.“
„Mein Gott, ja!“ Amber stellte den Becher auf den Boden und
stand auf. „Ich arbeite nur noch gelegentlich als Sängerin. Ansonsten
verdiene ich mein Geld als Kurier. Ich fahre eilige Waren von hier nach
dort. Damit kann man zwar nicht reich werden, aber immerhin davon leben.
Zufrieden?“
„Ach, so!“ Scott nickte. „Und wie finden dich deine Kunden
ohne Website?“
„Für das Kaff, in dem ich lebe, brauche ich kein Internet.
Schließlich reise ich nicht von L.A. nach New York, sondern nur quer durch
die Stadt.“
„Okay.“ Scott schien das Interesse zu verlieren. Er trank
seinen Wein aus und bot Amber die Flasche an, aber sie schüttelte den Kopf.
„Bist du von zu Hause ausgerissen? Erzähl doch mal, wie ist dein Leben
verlaufen? Ich weiß so wenig von dir.“
„Ich bin noch zu jung, um bereits meine Memoiren zu
veröffentlichen“, beschied sie ihm. „Es gibt weitaus interessantere Dinge,
über die es sich zu reden lohnt.“
Entschlossen, das Thema zu beenden, stand sie auf, nahm den
Bikini aus der Tasche und verschwand damit hinter einem Gebüsch.
Der See zog sie magisch an. Nach dem langen Marsch sehnte sie
sich nach einem erfrischenden Bad. In ihrem roten Bikini erschien sie wieder
vor Scott und sah ihn herausfordernd an.
„Kommst du mit?“
„Mhm-mhm“, machte er ablehnend.
Auch gut! Amber wirbelte herum, nahm Anlauf und stürzte sich mit einem
übermütigen Aufschrei in das spiegelglatte Wasser. In der nächsten Sekunde
war sie wieder am Ufer. Zitternd und zähneklappernd rannte sie zu ihrer
Decke und warf sich eiligst das mitgebrachte Badetuch über.
„Da-da-das ihihist ja hundekalt!“, beschwerte sie sich
schnatternd.
Scott streckte sich genüsslich im warmen Sonnenschein. „Ich
vergaß dir zu sagen, dass der See von mehreren Gletschern gespeist wird.“ Er
gähnte und schloss die Augen.
„Okay“, schnaufte Amber empört. „Ich verzeihe dir, Scott
McPherson. Aber vergessen werde ich das nicht. Nie!“
Sie setzte sich, zog das Tuch fest um sich und holte das
mitgebrachte Buch aus der Tasche. Aber sie konnte sich nicht auf die Lektüre
konzentrieren. Scotts Nähe machte sie nervös. Das Wissen, dass er sie
beobachtete, löste ein seltsames Kribbeln auf ihrer Haut aus. Und nicht nur
dort!
Die Erinnerung an die Nacht in seinem Apartment war plötzlich
wieder so präsent, als wäre es erst gestern gewesen, wo sie miteinander
geschlafen hatten. Vorsichtig äugte Amber zur Seite. Ahnte Scott ihre
Gedanken? Nein, er schlief. Schön, da hatte sie Zeit, ihn zu betrachten. Ja,
er war ein gut aussehender Mann, einer, der ...
Oh, Gott! Zu spät begriff Amber, dass Scott inzwischen die Augen
geöffnet hatte. Hastig wollte sie sich abwenden, aber da hatte er schon
herübergelangt und sie an sich gezogen. Im nächsten Moment küsste er sie mit
einem Verlangen, das ihr Blut in Wallung brachte. Sehnsüchtig presste sie
sich an ihn, spürte beglückt, wie sein Schwanz reagierte und sich fordernd
an ihren Schamhügel presste.
„Warte“, keuchte Scott dicht an ihrem Ohr. Aber Amber war zu
ungeduldig. Sie schob ihre Hand in den Bund der engen Badehose und begann
seinen Penis langsam und rhythmisch zu reiben, bis Scott wohlig schnurrte.
Ein paar Sekunden später warf er sich mit ihr in den Armen
herum. Nun lag sie unter ihm. Ungeduldig zerrte er das Bikinihöschen über
ihre Hüften, packte ihr Becken und hob es an, so dass er mühelos in sie
stoßen konnte. |