Erotische Romane von Frauen für Frauen...

 

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Lotosblüte

Sandra Henke

 

Preis eBook: € 5,00

Format eBook: : Adobe Reader PDF

Erotikfaktor: 

Genre(s): Zeitgenössisch

Themen: BDSM, Dominanz/Unterwerfung, Fesselspiele

 

eBook zum Sofort-Download per T-Pay:

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Hinweis: Bei dem "Taschenbuch" handelt es sich um eine Klappenbroschur-Ausgabe, d.h. eine hochwertige Softcover-Ausgabe mit einem doppelten Umschlag.

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Inhaltsangabe:

 

Eigentlich kommt die Amerikanerin Bryanna, die der unerfüllte Wunsch nach Unterwerfung quält, nur nach Japan, um einer Freundin als devoter Part für deren Bondage-Vorführung während einer Messe zu dienen. Doch Bryanna wird nach der Show entführt - und von ihrem Entführer dem dominanten japanischen Kendo-Meister Ryan Ishikawa als Geschenk überreicht! Fassungslos über diese bizarre Situation muss sich Bryanna insgeheim eingestehen, dass sie den sensei äußerst anziehend findet. Ryan seinerseits denkt gar nicht daran, seine neue Lustsklavin wieder gehen zu lassen, denn die devote Bryanna fasziniert ihn. Bryanna ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Freiheitsdrang und der Anziehungskraft Ryans, der sie sanft - aber bestimmt - unterwirft und ihre geheimsten Sehnsüchte stillt ...

 

Ein romantischer SM-Roman.

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Über die Autorin:

 

Die Neusser Autorin Sandra Henke (Jahrgang 1973) veröffentlichte mehrere Bücher in den Verlagen Mira, Coppenrath, Ueberreuter, Bastei und vielen mehr. 2003 errang sie den 2. Platz beim Literaturwettbewerb der Stadt Sangerhausen; 2004 belegte sie den 1. Platz beim Liebesgeschichtenwettbewerb von DeLia und der Zeitung "ExtraTipp Meerbusch“. Ihre Romane sind explizit erotisch, jedoch legt sie auch Wert auf eine spannende Handlung und ein Prickeln zwischen den Zeilen. Sie arbeitet neben dem Schreiben als Empfangssekretärin in einem internationalen Softwareunternehmen und ist verheiratet.

 

Besuchen Sie auch die Website von Sandra Henke: www.sandrahenke.de

 

Ebenfalls von Sandra Henke im Plaisir d'Amour Verlag erschienen:

 

Mit Co-Autorin Kerstin Dirks

Begierde des Blutes

Zähmung des Blutes

Rebellion des Blutes

 

Einzeltitel

Purpurfalter

Herrin von Vandalis

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Leseprobe:

 

Szene 1

 

„Das ist Kameko-san.“ Ryan wandte sich wieder an Bree. „Sie spricht hervorragend Englisch und wird dir helfen, bis du dich mit den Sitten vertraut gemacht und Japanisch gelernt hast.“

Bree lag auf der Zunge, dass sie nicht vorhatte, die Sprache zu lernen, denn sie wollte sowieso schon sehr bald in die Staaten zurückkehren, sie schwieg jedoch. Vielleicht konnte sie Kameko als Verbündete gewinnen, damit diese ihr zur Flucht verhalf. Die Hoffnung flammte allerdings nur kurz auf und verkümmerte sogleich zu einem Glimmen. Bree bezweifelte, dass jemand, der sich vor einer Person derart klein machte, um seine Ergebenheit zum Ausdruck zu bringen, sich gegen diese wenden würde.

Die Japanerin lächelte. „Herzlich Willkommen, Bryanna-san.“

„Danke“, antwortete Bree kurz. Sie fragte sich, ob Kameko über die spezielle Beziehung, die Ryan mit Bree anstrebte, Bescheid wusste.

Bree verneigte sich zögerlich, weil eine Verbeugung ihr immer noch befremdlich vorkam. Sie fragte sich, weshalb das so war, wo doch die Fantasie, sich vor einen Mann hinzuknien, sie erregte. Sich unterwürfig zu zeigen sollte ihr eigentlich nicht schwerfallen, wenn das Blut einer Sub in ihr floss.

„Bitte lass uns noch einen Moment allein und warte vor der Tür“, wies Ryan Kameko an, die daraufhin hinauseilte. Dann musterte er Bree mit einem unverhohlen lüsternen Blick. „Ich muss erst noch mein Geschenk auspacken.“

Mit diesen Worten trat er auf den Futon. Sie versuchte rückwärts auszuweichen, doch Ryan packte die Bettdecke und zog sie zu sich. Nun, da er unmittelbar vor ihr stand, wagte sie kaum zu atmen. Sie konnte nicht gegen ihn ankämpfen, da sie sonst die Decke hätte loslassen müssen, abgesehen davon rechnete sie sich keine Chancen gegen einen Kendo-Meister aus. Daher blieb sie einfach nur stocksteif stehen und sah ihn flehentlich an.

Zärtlich blies er gegen ihren Hals, so dass sein Atem sie kitzelte und ihre Nackenhärchen sich aufstellten. „Ich habe nicht vor, deine Erziehung heute zu beginnen, ja, ich werde dich nicht einmal berühren, wenn du dich aus freien Stücken entblößt. Aber ich möchte dich von Nahem betrachten. Das hatte ich mir schon im Club Kabuki-cho gewünscht, das und mehr.“

Sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch es kam kein Ton heraus. Sie verlor sich in seinen dunklen Augen, die sowohl für Amerikaner als auch für Japaner exotisch aussahen, da sie weder mandelförmig noch westlich waren.

„Ziehst du es vor, von mir gezwungen zu werden, oder entblätterst du dich freiwillig?“, fragte er sanft. Sein Blick war immer noch fest. Er signalisierte Entschlossenheit.

Bree war hin- und hergerissen. Sie wollte sich nicht in ihr Schicksal fügen. Alles in ihr rebellierte gegen die Gefangenschaft. Aber ihre Vernunft riet ihr, Ryan nicht gegen sich aufzubringen. Es war ihr klar, dass er die Macht besaß, sie mit Gewalt zu beugen. Würde er so weit gehen? Wenn er so nah vor ihr stand, und sein Atem sie streichelte, konnte sie nicht glauben, dass er ein Barbar war. Sie wollte es jedoch auch nicht darauf ankommen lassen und herausfinden, wie viel Gegenwind er brauchte, um die Beherrschung zu verlieren.

Zuerst ließ sie den yukata fallen und sah Ryan fragend an.

Dieser hob spöttisch die Augenbrauen. „Meinst du wirklich, das würde mir reichen?“

Zögerlich senkte sie die Hände, die krampfhaft die Bettdecke festhielten, bis zu den Hüften, so dass ihr Oberkörper frei war.

„Seit wann bist du so schüchtern? Im Club hast du deine Lust vor unzähligen Salarymen, den Hostessen und den Angestellten gezeigt, und nun zierst du dich, obwohl nur eine einzige Person anwesend ist, die dich lediglich in Augenschein nehmen will?“

Bree errötete bei der Erinnerung an den Auftritt. „Zoe hat mich überrumpelt ...“, murmelte sie und wunderte sich, denn er betrachtete nicht einmal ihre Brüste, sondern guckte ihr weiterhin ins Gesicht. Ergötzte er sich mehr an ihrer Scham als an ihrem Körper?

„Merke dir eins!“, sagte er und zog sie so nah an sich heran, dass sie schon glaubte, er wollte sie küssen. „Wenn ich erst einmal einen Befehl erteilt habe, nehme ich ihn nicht zurück und fordere, dass er ausgeführt wird. In dieser Hinsicht bin ich konsequent.“

Sie fand ihre eigene Reaktion auf die körperliche Nähe verwirrend, es war ihr keineswegs unangenehm. Obwohl sie Ryan dafür verabscheute, dass er sie gefangen hielt, spürte sie seine aphrodisierende Wirkung. Da sie wusste, er würde ihr die Erregung ansehen, lenkte sie ihn ab, indem sie die Decke fallen ließ. Ihr Ablenkungsmanöver funktionierte offensichtlich, denn er trat zwei Schritte zurück und musterte sie eingehend von den Haaren bis zu den Zehenspitzen. Während sie die Hände zu Fäusten ballte, um die Fassung zu wahren, stieg er vom Futon und begann sie zu umkreisen wie ein Raubtier seine Beute. Eigentlich hätte sie froh sein sollen, dass wieder Abstand zwischen ihnen war, doch sie fühlte sich weitaus mehr ausgeliefert, nun, da er sie betrachtete, als wäre sie eine Stute auf einem Pferdemarkt, die er zu kaufen beabsichtigte. Es fehlte nur noch, dass er ihr in den Mund schaute, um ihre Zähne zu begutachten!

Als Ryan wieder vor ihr stand, war sein Blick finster. Gefiel ihm nicht, was er sah? Vielleicht schickte er sie doch weg, wenn sie seinen Ansprüchen nicht genügte, denn er hatte sich Bree ja nicht selbst ausgesucht. Hoffnung wuchs in ihr, aber sie fühlte sich auch gekränkt. Wäre sie Ryan unter anderen Umständen begegnet, hätte sie ihm gefallen wollen.

„Verschränke deine Arme hinter dem Kopf und strecke den Rücken gerade durch, damit dein neuer Herr deinen Körper eingehender betrachten kann und deine Brüste gut präsentiert werden!“

Der Befehl schlug wie ein Blitz ein. In ihren Gedanken hallte das Wörtchen „Herr“ wider. Schon lange hatte sie sich einen Dominus gewünscht, und nun stand sie ihm gegenüber. Die Gefühle überwältigten sie, aber sie musste sich zusammenreißen. Um klarer denken zu können, rief sie sich ins Gedächtnis, dass sie sich Ryan nicht freiwillig unterwarf. Sie durfte ihn nicht als ihren Herrn anerkennen, musste ihm jedoch vorerst Folge leisten, daher tat sie, was er angeordnet hatte.

„Spreiz die Beine!“, wies er sie an. „Dein Herr muss jederzeit Zugang zu deinen Körperöffnungen haben.“

Sie bekam eine Gänsehaut. So oft hatte sie davon geträumt, diese Worte zu hören! Doch jetzt, da der Moment gekommen war, wirkten sie bizarr. Bree träumte nicht länger, aber die Situation erschien ihr unwirklich. Das Schlimmste jedoch war die Erkenntnis, dass Ryans Befehle sie nicht kalt ließen, denn er war der Letzte, dem sie sich hingeben durfte.

Er weckte sie aus ihren Gedanken auf, indem er scharf sagte: „Ich warte nicht gerne!“

Unsicher schaute sie ihn an, in der Hoffnung, dass er es für den Anfang dabei belassen würde, doch seine Miene war hart. Schließlich spreizte sie die Schenkel und schloss die Augen.

 

 

Szene 2

 

Bryanna erinnerte sich daran, wie Kameko Ryan bezirzt hatte. Obwohl es ihr schwer fiel, kniete sie sich hin und verneigte sich, bis ihre Stirn fast die tatami-Matte berührte. Dann schaute sie ihn scheu von unten herauf an und bemühte sich, unterwürfig und reuevoll zu klingen. „Ich bin gekommen, um ein Geständnis abzulegen. Es tut mir unendlich leid. Shunpei-san trägt keine Schuld. Er hat nichts Unrechtes getan.“

„Aber du?“ Ryan verschränkte die Arme vor dem Oberkörper und schaute sie herablassend an.

Ihr wurde heiß. Sie wünschte sich, so beherrscht wie Ryan zu sein, aber das war sie einfach nicht. Sie musste sich räuspern, um fortfahren zu können. „Shunpei hat geschlafen, wie alle anderen auch. Ich war es, die die Sandale in der yukashita verloren hat.“ Sie benutzte so viele japanische Worte, wie sie kannte, um ihn milde zu stimmen, doch seine Miene wurde immer finsterer.

„Was hattest du im Vorratsfach im Küchenboden zu suchen?“, wollte er wissen.

Bree erschauderte aufgrund der Kälte in seiner Stimme. „Ich habe mich vor Tonegawa und Kozo versteckt.“

„Hättest du nur die Latrine aufsuchen wollen, wärst du wohl kaum vor den Wachen davon gelaufen. Also, ich höre!“ Ungeduldig wippte er mit dem Fuß.

„Ich habe ... also ... ich ...“, sie atmete einmal tief durch, „Ich habe versucht zu fliehen. So machen das Gefangene nun mal. Sie sind eingesperrt und möchten ihre Freiheit wieder erlangen.“

„Du kannst dich nur frei fühlen, indem du dich unterwirfst, denn du bist eine Sub. Eines Tages wird du meine Worte verstehen.“

„Nichts lag mir ferner, als Shunpei-san oder irgendjemand anderes in Schwierigkeiten zu bringen. Ich weiß, dass Sie sehr zornig auf mich sind, Herr. Ich bin mir bewusst, dass ich in Ihren Augen etwas Unrechtes getan habe, aber diese Mauern erdrücken mich. Ich bin ein Mensch, keine gefühllose Puppe, die man verschenkt und mit der man spielt, wenn man Lust dazu hat.“ Bryanna erhob den Oberkörper und setzte sich auf ihre Fersen. Ihr Blick fiel wieder auf die seltsame Puppe, die auf dem Regal gleich neben dem frivolen Holzdruck stand. Wieso hatte ein Mann wie Ryan solch eine kindlich anmutende Figur im Raum stehen?

Ängstlich wartete Bree auf seine Reaktion, doch das Donnerwetter blieb aus. Er blickte besonnen auf sie herab - die Ruhe vor dem Sturm?

„Nun?“

Bryanna verstand nicht. Was wollte er von ihr? Sie hatte sich mehr als genug entschuldigt, ahnte jedoch, dass Worte ihm nicht genügen würden. Unsicher begann sie: „Ich bitte um Verzeihung und möchte Shunpei-san entlasten ...“

Er fiel ihr barsch ins Wort. „Bitte nicht um Nachsicht, denn die hast du verspielt, weil du keinerlei Reue für deine Fluchtgedanken zeigst, sondern immer wieder versuchen würdest zu fliehen. Bitte mich um etwas anderes!“

Verwirrt runzelte sie die Stirn. Ihr Blick schweifte im Raum umher, als könnte sie dort irgendwo eine Antwort finden. Sie hatte keine Ahnung, was er von ihr wollte, und schwieg.

Ungeduld spiegelte sich in seinem Gesicht. Ryan sagte schließlich: „Bitte mich um eine Strafe!“

„Ich soll was?“, entfuhr es ihr entsetzt.

Er klang gereizt, als er sprach: „Du hast mich schon verstanden. Ich wiederhole mich ungern. Du hast einen Fehler begangen. Damit ich dir verzeihe, wirst du mich um eine Züchtigung anflehen.“

Masaka! Unmöglich!“ Bryanna versuchte aufzustehen, doch Ryan drückte sie auf die Knie zurück.

„Ich gebe dir einen Rat, und es ist weise, ihn anzunehmen. Es wäre besser, wenn du dir eine Strafe ausdenkst und sie deinem Herrn vorschlägst. Denn wenn ich mir etwas zu deiner Buße und Läuterung aussuche, könnte es sehr schmerzhaft für dich werden.“

Bree hatte einen Kloß im Hals. Entsetzt schaute sie zu Ryan hoch, der so nah vor ihr stand, dass sie den Kopf weit in den Nacken legen musste, um seinem Blick begegnen zu können. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, demütig auf den Boden zu schauen, doch sie wollte ihm in die Augen sehen, um zu prüfen, ob er wirklich meinte, was er verlangte. Seine Miene war ernst, doch da war ein lüsternes Funkeln in seinen Augen, das ihr nicht entging. Er spielte mit ihr. Er genoss es, sie in die Ecke zu drängen, damit sie sich in einer ausweglosen Situation wähnte. Ihr blieb nur eins übrig: Sie musste sich auf sein Spiel einlassen.

Die Worte kamen ihr unendlich schwer über die Lippen, aber sie erregten Bree wider Erwarten. „Ich bitte Sie, mein Herr, mich zu bestrafen.“

Verbissen grübelte sie, was sie als Strafe nennen könnte. Es musste etwas sein, das ihn zufrieden stellen und für sie selbst nicht besonders schmerzvoll sein würde. Aber was? Sie konnte sich kaum konzentrieren. Schließlich brachte sie kleinlaut hervor: „Wie wäre es mit Schlägen auf den Hintern? Nur nicht so viele, weil ich damit noch keine Erfahrung habe.“

„Ein jämmerlicher Versuch, deinen Herrn zu besänftigen!“ Ryan ging zu seinem Schrank, öffnete ihn und entnahm eine mehrschwänzige Peitsche. Ihr Griff, der die Form eines Phallus hatte, war mit Leder überzogen. Deutlich konnte Bree die schwarze Eichel erkennen. Während der Anblick sie beeindruckte und ein wohliges Prickeln der Vorfreude in ihrem Schoß entstand, erschreckten die Lederriemen sie zutiefst. Sie war noch nie ausgepeitscht worden, konnte sich aber sehr gut vorstellen, dass das Leder tief in ihre Haut beißen würde.

Bree war wie gelähmt. Sie starrte das Schlagwerkzeug an und konnte nicht glauben, dass Ryan sie so hart bestrafen wollte. „Bitte, das können Sie mir doch nicht antun, Ryan-sensei!“

„Kann ich nicht?“ Blasiert hob er eine Augenbraue.

Natürlich konnte er. Bryanna biss die Zähne zusammen. Hilflosigkeit brannte in ihrem Magen, als hätte sie Sodbrennen. Sie war ihm wehrlos ausgeliefert. Egal, wie sehr sie schrie und zeterte, sie würde hier an diesem Ort nichts gegen Ryan Ishikawa ausrichten können. Die Kendo-Schule war sein Reich, die Schüler blickten ehrfürchtig zu ihm auf, und Noguchi Masaru sah in ihm einen Sohn. Bree konnte nicht mit Hilfe rechnen. Gegen einen Meister im Nito-Kendo war sie machtlos. Resignierend ließ sie den Kopf hängen.

Ryan ließ immer wieder die Peitsche durch die Luft surren, als wollte er vorab ihre Schlagkraft testen. „Wieviele Schläge wären wohl angebracht?“

„Vier vielleicht“, antwortete Bree betroffen. Sie zuckte bei jedem Surren zusammen.

„Nein, du wirst so viele Hiebe bekommen, wie Stunden vergangen sind, seit wir uns heute Morgen in Kamekos ochaya getroffen haben. Du hättest die Chance gehabt, mir alles zu beichten, aber du hast es vorgezogen, den ganzen Vormittag zu schweigen.“

„Ich hatte Angst.“ Sie konnte sich selbst kaum hören.

„Shunpei-san hat den ganzen Morgen in Angst verbracht!“ Ryan schnaubte. Dann wickelte er die Schnüre der Peitsche um seine Hand und zog daran, um die Festigkeit zu prüfen. „Wir haben uns um fünf Uhr bei Kameko gesehen, aber du bist erst gegen ein Uhr zu mir gekommen - das macht acht Stunden, folglich acht Schläge.“

„Acht?“, echote sie fassungslos.

„Shunpei-san muss Genugtuung erfahren, daher werden es acht Schläge pro Pobacke sein, um das Unrecht an ihm wieder gut zu machen.“ Fest zog er an den Schnüren.

Die Riemen würden ihr die Haut aufreißen. Bryanna schüttelte mit weit aufgerissenen Augen den Kopf.

„Kameko muss ebenso bestraft werden. Sie hat dir einen neuen Schuh gegeben. Auch ohne dass einer von euch beiden gesteht, weiß ich es.“

„Nein, bitte, Ryan-sensei, sie trifft keine Schuld!“ Bree faltete die Hände und hielt sie ihm entgegen. „Sie ist ein zu guter Mensch, als dass sie mir in meiner Misere nicht geholfen hätte. Eine Geisha darf nicht ausgepeitscht werden. Sie ist zart wie eine Elfe.“

„Heißt das, du übernimmst ihre Züchtigung, weitere acht Schläge?“ Provozierend hielt er inne und schaute sie mit gespielter Neugier an.

Bryanna ärgerte sich. Er hatte sie mal wieder dort, wo er sie haben wollte. Immer wieder tappte sie in seine Fallen. Sie befand sich in der Zwickmühle, und er wusste genau, sie würde Kameko beschützen, wie sie es bei Shunpei bereits getan hatte. „Ja.“

„Gut, dann zieh dich jetzt aus!“

Bree erschauerte, als er mit den zahlreichen Lederriemen, die so arges Leid zufügen konnten, zärtlich ihre Wange streichelte. Dann machte er einige Schritte rückwärts, lehnte sich gegen die Wand und beobachtete unverhohlen selbstzufrieden und lüstern, wie sie sich auszog. Obwohl sie sich langsam entkleidete, saß sie doch schon bald nackt vor ihm. Sie hatte eine Gänsehaut, nicht vor Kälte, sondern vor Angst. In ihren Fantasien ertrug sie viel Schmerz, aber die Wirklichkeit sah anders aus. Alles in ihr wehrte sich gegen die kommende Bestrafung. Es war zu viel. Viel zu viel! Ihr war zum Weinen zumute. Sie wich Ryans bohrendem Blick aus.

„Was haderst du mit dir und der Situation, Bree-chan?“, fragte er sanft.

Sie hatte Mühe, nicht zu schluchzen. „Die Peitsche wird mir keinen Lustschmerz bereiten.“

„Das soll sie ja auch nicht.“

„Aber bei BDSM gehört doch der Schmerz mit zum Vorspiel.“

Ryan kam zu ihr, legte den Peitschengriff unter ihr Kinn und sprach: „Nicht in diesem Fall. Die Schläge sind als ernsthafte Strafe gedacht, und diese muss wehtun, ohne Lust zu bereiten, sonst erfährst du durch sie doch keine Läuterung. Das verstehst du doch, kleine Sub, oder?“

Eine Träne lief über Bryannas Wange. Sie war verzweifelt. Wie konnte er ihr das nur antun? Hatte sie auch in der ersten gemeinsamen Nacht einen Hoffnungsschimmer gehabt, weil er mit ihr in Löffelchenstellung eingeschlafen war, so verblasste die Erinnerung nun und mit einem Mal kam es ihr so vor, als wäre diese Nacht bereits ein Jahr her. Er hatte von sich behauptet, kein Monster zu sein, aber das war eine Lüge gewesen! Oder falsche Selbsteinschätzung. Auf Verzweiflung folgte Wut. Am liebsten hätte Bryanna ihm sein selbstgefälliges Gesicht zerkratzt. Er weidete sich an ihrem Leid, denn er wusste, dass ein Sturm in ihr tobte.

Ryan legte die Handfläche an ihre Wange und liebkoste mit dem Daumen ihre Schläfe. Plötzlich griff er in ihren Haarschopf und führte sie durch den Raum, als würde er mit einer Hündin Gassi gehen. Auf allen Vieren krabbelte Bree hinter ihm her, um mit ihm Schritt zu halten. Sie fühlte sich so gedemütigt und hoffte beim Leben ihrer Eltern, dass niemand das Zimmer betreten würde, weil irgendjemand etwas von Ryan wollte. Und dennoch kribbelte es zwischen ihren Beinen.

Was ist nur mit mir los? fragte sie sich. Sie wollte nicht erregt sein, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Ihre Schamlippen waren geschwollen, sie rieben aneinander und fachten ihre Lust noch mehr an. Ihre Erregung beschämte sie. Sie hatte für Sekunden ihre Angst vergessen, wurde aber wieder daran erinnert, als Ryan sich auf die tatami-Matte setzte, den Rücken gegen die Wand lehnte und sie auf seinen Schoß zog. Er legte sie quer über seine Oberschenkel, so dass er ihren entblößten Hintern gut treffen konnte. Dann fasste er mit der linken Hand ihren Nacken und drückte ihren Kopf herunter. Nun bildete ihr Gesäß den höchsten Punkt ihres Körpers und präsentierte sich ihm auf schamlose Weise.

Bryanna zappelte, sie kam sich erniedrigt vor wie eine unartige Schülerin, die von ihrem Lehrer übers Knie gelegt wurde. Sie versuchte sich zu wehren, weil sie an die Lederschnüre dachte, die bald ihr Fleisch mit Striemen zeichnen würden. Aber Ryan hatte sie fest im Griff. Gerade, als er ein Knie anhob, damit zwischen ihre Beine stieß und ihre Schenkel ein wenig öffnete, fiel Brees Blick auf die Peitsche. Das Schlaginstrument lag auf dem Regal vor dem obszönen japanischen Holzdruck. Ryan musste es dort abgelegt haben, ohne dass sie es bemerkt hatte, so beschäftigt war sie mit ihrem Elend gewesen.

Erstaunt hielt sie inne und wehrte sich nicht länger. Womit wollte er sie züchtigen? Sie würde 24 Schläge erhalten, eine Zahl, bei der ihr schwindelig wurde. Das Chaos in ihrem Inneren beruhigte sich trotzdem ein wenig. Keine Peitsche! Bryanna war erleichtert, wollte diesem Gefühl aber nicht nachgeben, denn Ryan verfolgte offensichtlich einen Plan. Nur welchen?