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Leseprobe:
Szene 1
Der Maskierte hockte sich vor Spices
verkehrt aufgehängtes Gesicht und studierte es eingehend. „Sieh es als
Chance, Michael, alter Junge. Als ein Entgegenkommen, das dir die
Entscheidung um dein zukünftiges Leben erleichtern soll.“ Er lächelte
leise, dann stand er auf und wandte sich zur Tür. „Und jetzt hole ich
deine Freundin.“
„Sally ist auch hier?“
„Selbstverständlich. Aber im Gegensatz zu
dir freiwillig. Ich habe sie aufgesucht und ihr meinen Plan dargelegt.
Sie will mitmachen. Es liegt ihr sehr viel an dir, weißt du.“ Der
Maskierte klang nachdenklich. „Sie scheint dich wirklich gern zu
haben. Nur fair, dass sie eine Chance erhält. „Ich…“, er räusperte
sich, „...ich hatte zuerst wirklich gedacht, sie sei so eine kleine
Nutte, die sich einen Sport daraus macht, anderen den Mann
wegzuschnappen. Aber dann, als ich eine Weile mit ihr gesprochen
hatte, habe ich gemerkt, dass ich mich getäuscht habe. Sie wusste
nicht einmal, dass du verlobt bist und heiraten willst. Du hast nicht
nur einen Menschen betrogen und belogen, Michael.“
Die Stimme klang beunruhigend, nicht
drohend, nicht gefährlich, aber es schwang ein Unterton mit. „Es gibt
eine psychologische Studie darüber, dass verbotene Dinge mehr Anreiz
bieten, als diejenigen, die man voll und legal auskostet. Wie eben
eine heimliche Freundin reizvoller wirkt als der künftige Ehepartner.
Deshalb werdet ihr es jetzt achtundvierzig Stunden lang miteinander
treiben.“
„Und was ist deine Rolle dabei?“ Spice
fühlte sich mehr als unbehaglich. Er fühlte sich zum Kotzen.
„Ich werde sagen, was zwischen euch beiden
abgeht. Ich werde bestimmen, welche Spiele ihr beiden spielt. So
lange, bis ihr beide genug voneinander habt. Ich hoffe, das wird dich
von deiner Unentschlossenheit heilen und du wirst am Ende wissen, was
du wirklich willst.“
„Und damit ist Sally
einverstanden?“
Der Maskierte nickte. „Ich sagte es ja.
Sie macht sich Hoffnungen auf dich. Sie liebt dich.“ Er erhob sich.
„Das ist ein nettes Mädchen, diese Sally. Und verflixt hübsch.
Irgendwie kann ich dich sogar verstehen.“ Er wandte sich zum Gehen,
drehte sich aber nochmals um. „Du solltest dich glücklich schätzen,
Michael, ursprünglich hatte ich nämlich nicht vor, so nachsichtig mit
dir zu sein.“ Er war schon halb aus der Tür, die vor ihm aufglitt,
„Ach ja, noch etwas. Du wirst mich für die Dauer dieses Spiels
‚Herkules’ nennen.“ Er grinste. „Das war Sallys Idee.“
„Herkules...“ Spice verdrehte die Augen
und schickte seinem Entführer eine Reihe lautloser Flüche nach.
Szene 2
Sally zog
sich verlegen den Bademantel fester um den Körper und schmiegte sich
dabei unauffällig etwas enger an ihren stattlichen Träger. Der
Maskierte – sie hatte ihn einfach Herkules getauft, weil er so schön
kräftig war und so toll aussah – hatte sie schlicht auf seine Arme
genommen und trug sie nun in den Laderaum, wo Spice auf sie wartete.
Sie war zwar gewohnt, in sich im Orbit befindlichen Raumschiffen mit
Grav-Stiefeln herumzulaufen, aber so war es wesentlich bequemer. Und
aufregender.
Himmel, war dieser Mann gut gebaut. Besser noch als Spice und bei
dem hatte sie schon die kräftigen Schultern und die Muskeln bewundert.
Aber der hier war ganz anders. Diese dunkle seidige Haut, deren
männlicher Duft ihr in die Nase stieg. Und dann die Art, wie er sie
trug. Vorsichtig, als wäre sie zerbrechlich. Dabei war sie gar nicht
so zart. Sie wirkte zwar so, weil sie nur knapp mittelgroß und sehr
schlank war – wenn man von ihrem Busen absah – aber sie war dabei
kräftig und ausdauernd. Spice hatte sie mehr wie ein Kumpel behandelt
und dann wie eine Frau, die einiges aushält. Sie war auch nicht
zimperlich. Die temperamentvolle Art, wie sie miteinander Sex gehabt
hatten, hatte ihr gefallen. Aber es war ganz nett, wenn ein Mann auch
mal anders, sanfter war.
Insgeheim schüttelte sie immer noch über sich selbst den Kopf. Was
war ihr nur dabei eingefallen, hier mitzumachen? Sich auf dieses irre
Spiel einzulassen!
Aber es ging um Spice, in den sie sich Hals über Kopf verliebt
hatte. Zuerst war ihr die Idee verrückt vorgekommen und sie hätte den
Mann, der ihr das vorgeschlagen hatte, am liebsten rausgeworfen, als
er genau eine Stunde nachdem Spice aus ihrer Wohnung abgezogen war,
bei ihr auftauchte. Aber dann hatte sie darüber nachgedacht und ihr
war klar geworden, wie sehr sie Spice mochte. Nein, mehr als mochte.
Sie war noch nie zuvor so sehr in einen Mann verliebt gewesen und
schon gar nicht so heillos. Die Vorstellung, ihn durch eine Heirat zu
verlieren, war entsetzlich.
Und deshalb war sie jetzt hier, in den Armen dieses Herkules, und
ließ sich von ihm in ein ebenso aufregendes wie peinliches Abenteuer
tragen. Er hatte ihr klar gemacht, dass er es war, der die Spielregeln
bestimmte und er sofort abbrechen würde, wenn sie sich nicht an die
Vereinbarungen hielt. Sie hatte zuerst Angst gehabt, weil seine Augen
so zornig funkelten, als er ihr alles erklärte. Sie gab sich
schließlich völlig in seine Hand und sollte ihm sogar dabei behilflich
sein, Spice samt dem Shuttle und seinem Frachter zu stehlen.
Sie hatte noch Angst gehabt, als sie zugesehen hatte, wie er Spice
betäubte und in seine Schlafkoje brachte und dort festschnallte, damit
er sich beim Start nicht verletzte. Sie hatte auch noch Angst gehabt,
als er neben ihr gesessen war, als sie das Shuttle in die Umlaufbahn
gesteuert und am Frachter angedockt hatte. Aber dann, nachdem er Spice
in den Frachtraum gebracht hatte und sie darauf warteten, dass er
aufwachte, hatte er sich zu ihr gesetzt und sie hatten begonnen, sich
zu unterhalten. Über alles mögliche, auch über Spice. Sie hatten
geplaudert wie zwei alte Freunde.
Als Herkules mit ihr im Arm durch die Tür trat, sah sie sofort
Spice, der mit dem Kopf nach unten auf diesem Ring festgeschnallt war.
Sein Gesichtsausdruck schwankte zwischen Wut und purer Mordlust und
sie spürte, wie ihr bisschen Mut wieder sank. Es war schließlich
illegal, was sie da machten. Sie hatten tatsächlich jemanden entführt,
seinen Frachter besetzt und hielten ihn gegen seinen Willen fest. Und
wenn alles so lief, wie ihr maskierter Freund sich das vorstellte,
dann kam auch noch Nötigung zum Sex dazu.
„Wir haben das vereinbart, Sally“, sagte Herkules leise und
eindringlich zu ihr, als hätte er ihr Zögern gespürt. „Du warst damit
einverstanden.“
Sie
nickte.
„Und du wirst mitmachen, wie wir besprochen haben?“
Sally sah an seinen breiten Schultern vorbei zu Spice, dessen Zähne
man bis hierher knirschen hören konnte. „Ich bin jetzt aber nicht mehr
so davon überzeugt, dass es auch richtig ist. Sieh doch mal, wie
wütend Spice...“
„Ich war
auch wütend“, unterbrach er sie energisch. „Und du ebenfalls, als du
die Wahrheit erfahren hast. Er hat sich das selbst zuzuschreiben. In
der alten irdischen Literatur nennt man sein Vorgehen ‚mit einem
Hintern auf zwei Sesseln sitzen wollen’, aber dem werde ich ein Ende
machen. Er muss sich entscheiden. Und das wird er jetzt und hier,
innerhalb der nächsten achtundvierzig Stunden tun.“ Herkules setzte
sie trotz seines energischen Tonfalls sanft an der Wand neben der Tür
ab. Sie griff nach einer Haltestange, um zu verhindern, dass sie bei
der nächsten schnelleren Bewegung abhob und im Raum herumschwebte, und
sah besorgt zu Spice hinüber.
„Na schön“, sagte Spice, grimmig von unten raufstarrend. Er hatte
inzwischen Gelegenheit gehabt, sich von dem Schock zu erholen und war
fest entschlossen, nicht mitzuspielen. „Aber eines sollte euch klar
sein: Ihr habt mich vielleicht betäubt und entführt, aber ihr werdet
mich nie – Nie! – dazu bringen, dieses lächerliche Spiel mitzumachen!“
Er war so wütend, dass sein Schwanz nicht mal auf die Aussicht auf
Sallys große Brüste und ihren runden Hintern ansprach, sondern nur
beleidigt zwischen seinen Beinen schwebte und seine Worte durch
schlaffe Leblosigkeit unterstrich.
„Wieso kommst du eigentlich immer noch auf die Idee, du hättest die
Möglichkeit, nein zu sagen?“, fragte Herkules erstaunt.
„Weil ihr eure Kindereien oder Lustspielchen betreiben könnt, wie
ihr wollt. Aber ich werde mich dabei raushalten!“ Er spuckte fast, als
er ihnen das entgegenbrüllte.
„Dann werden wir dich eben überreden müssen.“
„L... mich doch“, quetschte Spice hervor.
„Tststs,
welch unfeine Ausdrucksweise. Aber sie sei dir dieses Mal verziehen.“
Das Lächeln seines Entführers wurde sardonisch. „Auf das Lecken werde
ich jedoch zurückkommen, da fallen mir nämlich eine Menge
interessanter Dinge ein, Michael.“
„Sag gefälligst nicht so provokant ‚Michael’ zu mir!“, giftete
Spice ihn an.
„Na schön, dann ‚Mikie’ vielleicht?“ Der Maskierte wandte sich nach
Sally um, die versuchte, ruhig zu erscheinen, sich jedoch zitternd vor
Aufregung an die Haltegriffe klammerte. Er schnappte sich die junge
Frau und trug sie auf den Armen zu Spice hin. Dort half er ihr auf den
Ring zu klettern, bis sie zwischen Spices weit gespreizten Armen zu
stehen kam und sein herabhängender Kopf in der Höhe ihrer Oberschenkel
war. Herkules stellte sich hinter sie und hielt sie fest. „Deine
Freundin wird dich jetzt stimulieren, Mikie.“ Seine Hand drückte ihren
Kopf nach vorn, Richtung Spices Genitalien. |