Leseprobe:
Szene 1
Später am
Tag erlegte Gandar ein kleines Tier. Es war schwierig zu fangen, weil
es schnell war, und es war viel zu klein, um eine ganze Sippe mit
Fleisch zu versorgen, deshalb hatten Ramas Männer es nur gejagt, wenn
sonst kein größeres Wild da war, und wenn der Hunger so groß wurde,
dass sie alles aßen, was ihnen unterkam. Gandar jedoch erlegte es mit
einem gut gezielten Steinwurf und übergab es dann Siri, die es sich
über die Schulter warf und hinter ihm her trug.
Als die
Nacht hereinbrach, fanden sie eine kleine Höhle. Sie war leer und
nichts deutete darauf hin, dass sie von Mensch oder Tier als
Schlafplatz genutzt wurde. Gandar trat hinein, erkundete jede Ecke,
schnupperte, um die fremden Gerüche wahrzunehmen, und nickte dann
zufrieden. Es war sicher.
Siri folgte
ihm hinein. Sie hatte sich schon die ganze Zeit über gefragt, wohin
Gandar mit ihr unterwegs war. Wollte er zu seiner Sippe zurück? Oder
war er nur auf der Flucht vor Ramas Rache? Oder wollte er mit ihr,
Siri, ein neues Rudel gründen? Mit einer Frau, die ihm ähnlich sah?
Der Gedanke stieß Siri ab und erregte sie zugleich. Zweimal hatte er
versucht, sie zu berühren, aber sie hatte sich immer gewehrt, und er
hatte sich zurückgezogen, ohne zornig zu werden, obwohl sie damit
gerechnet hatte, dass er sie schlagen würde. Rama hatte seine Frauen
geschlagen, wenn sie sich nicht hinknien oder vorbeugen wollten. Doch
Gandar hatte nur mit dieser fremden Art mit den Schultern gezuckt und
sie in Ruhe gelassen.
Aber nun
sah sich Siri in Gedanken vor ihm am Boden kniend, ihm wie Ramas
Weibchen den Hintern hinstreckend und glaubte schon seine kräftigen,
langen Finger zu spüren, die ihre Hüften hielten, ihre Brüste molken,
und seinen Schwanz, der in sie drang - immer und immer wieder, bis sie
zu stöhnen und schreien begann wie die anderen Frauen.
Ihre Beine
zitterten bei dieser Vorstellung, und sie sah schnell weg, um seinem
Blick auszuweichen. Stattdessen schaute sie sich um. Es war nur eine
kleine Höhle, aber sie genügte. Seltsam die Vorstellung, vielleicht
für immer hier mit ihm zu bleiben. Eine angenehme Wärme wuchs in Siris
Körper und ließ ihr Herz schneller schlagen.
„Holz.“
Sie sah ihn
an, als er sie ansprach. Er war aus der Höhle getreten und hatte nach
einem auf dem Boden liegenden Ast gegriffen. „Holz. Holz für Feuer.“
Siri
blickte ihn verwirrt an. Holz für Feuer? Woher wollte er Feuer nehmen?
Aber dennoch begleitete sie ihn gehorsam hinaus, folgte seinem
Beispiel, bückte sich nach einigen Holzstücken, die nicht weit
entfernt lagen. Es war dumm, Holz zu sammeln, wenn man kein Feuer
hatte, und es war auch keines in der Nähe. Kein Geschenk des
Feuergottes – sie hätte den Rauch gerochen. Sie sammelte, sah Gandar,
wie er größere Äste herbeischleppte und half ihm dabei. Am
Höhleneingang schichtete er alles auf und ließ nur einen kleinen
Durchgang für sie und ihn frei.
Er ging
wieder hinaus, befahl Siri zu sich, und sie folgte ihm abermals.
Dieses Mal sammelten sie Blätter und weiche, duftende Gräser, die sie
auf den Höhlenboden streuten. Somit entstand ein weiches Lager. Er
öffnete sein großes Bündel und zog zwei Felle heraus, die er Ramas
Sippe gestohlen hatte. Er warf sie auf den Blatthaufen, und Siri sah
sehnsüchtig darauf. Es war klar, dass er hier liegen würde, für sie
hatte er nicht gesorgt. Als sie jedoch hinausgehen und noch mehr
Blätter holen wollte, verbot er es ihr.
Dann hockte
er sich hin und nahm etwas aus einem Lederbeutel, den sie nun zum
ersten Mal bei ihm sah. Dann erinnerte sie sich. Er hatte ihn
dabeigehabt, als Rama und die anderen Männer ihn gefangen hatten. Sie
hatten Steine darin gefunden, die sie fortgeworfen hatten. Aber
offenbar hatte er sie wieder eingesammelt. Nun befand sich auch
trockenes Gras in dem Beutel.
Siri hockte
sich belustigt und zugleich neugierig schräg hinter ihn, als er zwei
Steine aneinanderzuschlagen begann und sie dabei an das trockene Gras
hielt. Er sah andächtig aus, die Falte zwischen seinen Augen war
wieder da, und fast hätte Siri gelacht. War das ein Ritus seiner
Sippe? Hielt er damit die bösen Geister ab, die überall vor und in
fremden Höhlen auf die Menschen lauerten? Sie sah sich scheu um. Es
waren keine fremden Zeichen der Macht zu sehen, und die Höhle war ihr
sicher erschienen, aber man konnte nie wissen. Auch wenn es eigentlich
gar keine Höhle war, sondern nur ein breiter Felsüberhang, der zu
beiden Seiten geschlossen war. Der Boden bestand nicht wie in Ramas
Behausung aus Stein, sondern aus Lehm.
Sie wandte
schnell den Kopf, als ihr der Geruch von Feuer in die Nase stieg. Er
stammte von Gandars Steinen. Und tatsächlich, als sie hinstarrte,
bemerkte sie, dass beim Zusammenschlagen kleine Funken davon
wegsprühten wie von den brennenden Ästen, die von Ramas Sippe
herbeigebracht und gehütet wurden. Atemlos sah sie zu, wie die Funken
sich in das trockene Gras fraßen. Der Geruch nach Feuer wurde stärker,
und dann züngelte eine kleine Flamme empor. Gandar legte achtsam noch
mehr Gras darauf, und die Flamme wuchs. Siri zog sich in die hinterste
Ecke der Höhle zurück, er beachtete sie jedoch gar nicht.
Wer war er?
Keiner in Ramas Sippe vermochte aus kaltem Stein Feuer zu machen! Man
musste warten, bis die Gottheit es einem schenkte, es achtsam holen
und hüten. Sie erinnerte sich, dass die Frau, bei der sie früher
gelebt hatte, ebenfalls Feuer gemacht hatte. Aber sie war mächtig
gewesen. Sie hatte das Feuer direkt aus dem Holz geholt. Aber er
schlug lediglich Steine aneinander. Rief er dadurch nicht den Zorn des
Gottes auf sich herab? Oder war er der Gott selbst?
Nein, Siri
schüttelte den Kopf. Kein Gott würde so aussehen wie er. Sie
betrachtete ihn ängstlich, tastete mit den Blicken seinen Körper ab,
das fremde und doch auf gewisse Art vertraute Profil, die spitze Nase,
die noch weiter hervorstand als ihre, und an der die Kinder aus Ramas
Sippe sie oft gepackt hatten. Sie waren nicht böse gewesen, diese
Kinder, sie hatten sie sogar gemocht und saßen oft bei ihr, hatten
spielerisch an ihrem Haar gezogen, gelacht, sich an sie geschmiegt,
wenn die Mütter keine Zeit hatten oder neue Kinder säugten. Aber es
waren immer weniger Kinder geworden. Anfangs, als Siri zur Sippe
gekommen war, hatte sie viele herumlaufen sehen, aber die meisten
waren gestorben, lange bevor sie sich das erste Mal paarten. Und dann
waren nicht mehr so viele nachgekommen. Schlechte Zeiten waren es
gewesen, zu große Kälte. Die Gottheiten hatten in der Periode der
Hitze zu wenig Wasser geschickt, dann wieder zu viel. Die Frauen waren
von Hunger und Krankheit schwach gewesen und ihre Kinder nicht
lebensfähig.
Siri
beobachtete weiterhin misstrauisch den Fremden. Er legte Hölzer in die
Flammen, wie Ramas Frau es sie gelehrt hatte. Hell loderte das Feuer,
verschloss den Eingang zur Höhle. Siri bebte vor Angst. Sie fürchtete
nicht das Feuer – aber der Mann, der es erweckt hatte, war vielleicht
gefährlich.
Sie zuckte
zusammen, als er plötzlich auf das erlegte Tier deutete. Seine Stimme
klang ungeduldig. Sie beeilte sich, das Tier mit einem scharfen Stein,
den er ihr gab, zu häuten und auf einen Stock zu spießen. Sie hielt es
auf seinen Befehl hin ins Feuer, sah, wie die Flammen es umzüngelten,
roch das brennende Blut.
Sie
schnupperte hungrig und wusste doch, dass das Tier zu klein war, und
sie die Nacht ohne Nahrung verbringen musste. Das war so üblich. Die
Männer bekamen alles und erst, wenn sie satt waren, durften die Frauen
essen. Manchmal hatte es nur für die Männer und Ramas Weibchen
gereicht, die anderen Frauen und die Kinder hatten gehungert.
Als der
verlockende Duft des Fleisches stärker wurde, nahm ihr Gandar den
Stock aus der Hand. Er ließ das Stück ein wenig auskühlen, setzte sich
mit unterschlagenen Beinen hin und begann das Fleisch mit dem scharfen
Stein zu zerteilen. Siri hatte sich ganz an die Wand der Höhle
zurückgezogen und vermied es, hinzusehen. Das würde den Schmerz in
ihren Eingeweiden nur unerträglich machen. Sie griff nach einem
feuchten Stück Holz, hielt es sich vor die Nase und atmete tief den
fauligen Geruch ein. Es nahm den Hunger, sie hatte es schon früher
probiert, da sie meist die Allerletzte gewesen war, die Nahrung
erhalten hatte. Wäre sie beim Rudel gewesen, hätte sie heimlich
Wurzeln suchen können, aber diese Gelegenheit hatte sie bei Gandar
nicht gehabt. Er hatte sie keinen Moment aus den Augen gelassen.
Sie hatte
die Augen geschlossen, als sie spürte, wie Gandar sie anstieß. Der
Geruch des Fleisches wurde stärker, und als sie die Augen aufriss,
fand sie direkt unter ihrer Nase ein Stück. Ungläubig sah sie auf
Gandar, aber der hielt es ihr auffordernd hin.
Siri
zögerte nicht lange, sondern nahm es aus seiner Hand und schlug tief
die Zähne darin ein. Er lachte, als er ihr zusah, wie sie ganze Fetzen
abriss, hineinstopfte und gierig kaute. Sie aßen in schöner Eintracht,
dann holte er noch Holz, um das Feuer für die Nacht am Leben zu
erhalten. Von der Ferne hörten sie die Stimmen der Tiere, die entweder
den Schutz der Dunkelheit nutzten, um ungefährdet auf Futtersuche
gehen zu können, oder die nur des Nachts jagten, wenn die meisten
anderen schliefen und leichte Beute waren.
Als sie
alles aufgegessen hatten, und Siri die kleinen Knochen brach, um das
Mark herauszusaugen, stand Gandar plötzlich auf und kam zu ihr.
Sie kauerte
sich erschreckt zusammen. Draußen hatte sich der Feuergott schlafen
gelegt, aber hier drinnen war es durch das Feuer hell. Gandar hockte
sich neben sie, doch Siri wehrte sich, als er sie berühren wollte. Sie
hatte Angst vor ihm. Ein Mann, der mit kalten Steinen Feuer schuf,
konnte auch sie verbrennen. Es war gefährlich, sich berühren zu
lassen. Aber es war ebenso gefährlich, sich ihm zu widersetzen.
Gandar
griff nach ihrem Haar, rieb es zwischen den Fingern, betrachtete es,
war aber verärgert, als Siri den Kopf wegdrehte. Er fasste nach ihrer
Brust. Sie stieß ihn weg. Er packte sie am Arm, wollte sie zu Boden
drücken, aber Siri entwand sich ihm und verkroch sich in die hinterste
Ecke der Höhle.
„Komm her!“
Siri sah
weg.
Er kam
herüber, streichelte über ihre Arme. Siri hielt still, aber als er sie
abermals zu Boden drücken wollte, stieß sie ihn weg. Er stand zornig
auf, und sie sah ihm zitternd nach. Er brach von den aufgeschichteten
Ästen dicke Holzstücke ab, Pflöcke, von denen er je einen links und
rechts von ihr mit einem Stein in den Lehmboden schlug. Dann packte er
Siri plötzlich am Haar, zerrte ihr das Ledergewand vom Körper, und zog
Lederbänder, die er von Rama und den anderen gestohlen hatte, hervor.
Er deutete auf den Boden. „Leg dich hin.“
Dann war
sie ihm aber völlig ausgeliefert! Siri umfasste ihre Beine mit den
Armen und versteckte den Kopf dazwischen. Gandars Hände waren nicht
grob, aber unnachgiebig, als er ihre Arme auseinanderbog und Siri auf
den Rücken drückte, bis sie zitternd vor ihm lag. Er band ihre
Handgelenke an die Holzpflöcke und sah Siri ruhig, aber fest an. „Du
gehörst mir. Ich habe dich mitgenommen.“ Seine Stimme klang nicht
unfreundlich. „Ich werde dich bestrafen, wenn du nicht gehorchst. Du
wirst jetzt lernen, dich zu unterwerfen und mir zu dienen. Du bist
meine Sklavin. Du wirst lernen, Lust zu empfinden, wenn ich dich
streichle, und nicht wegsehen oder mich fortstoßen.“
Er hockte
sich neben sie und legte seine Hand auf ihren Bauch. Es war warm und
beruhigend, und Siri atmete langsamer. Sein Griff war fest, als er
über ihren Körper strich.
Einer von
Ramas Männern hatte sie einmal so berührt, aber das war lange her. Sie
hatte sich ihm entzogen und war mit einem Stock geprügelt worden. Und
dann hatte er sie in Ruhe gelassen. Jetzt war Gandars Hand auf ihren
runden Brüsten. Ihr Atem ging wieder schneller. Seine Finger pressten
ihre Brust, drückten sie. Sie hatte zuerst vor Furcht ihre Augen
geschlossen, aber nun blinzelte sie zwischen den Wimpern hervor. Ihre
Brustwarze stand zwischen seinen langen Fingern hervor, als seine Hand
über ihrer Brust lag. Er spielte damit, als würde sie ihm gefallen,
quetschte die Warze zwischen seinen Fingern, zog sie hoch, dann nahm
er sie zwischen den ersten und zweiten Finger und drehte sie.
Siri wand
sich, versuchte sich freizumachen. Er hob die andere Hand. Sie schloss
die Augen und blieb reglos liegen. Gleich würde er sie schlagen. Aber
dann spürte sie ihn auf der anderen Brust. Sie riss die Augen auf, als
er die Warze fest zwischen den Fingern hielt und sie in die Höhe zog.
Es tat weh. Sie wollte schreien, aber es war nicht nur der Schmerz,
der ihr ein heiseres Stöhnen entlockte. Es … tat auch … gut. Er rieb
die Warzen, bis sie ganz hart und steil emporstanden. Ihre Brüste
waren jetzt noch rundlicher, aber ihm schienen sie zu gefallen, denn
sein Blick war aufmerksam, als er sie betrachtete, und seine Augen
waren freundlich.
Siri begann
sich zu entspannen, als er seine Hand plötzlich zwischen ihre Schenkel
legte. Sie zuckte zusammen. Gandar stand auf, bog ihre Beine weit
auseinander und hockte sich dazwischen. Er betrachtete sie, schob die
vollen Lippen auseinander, besah sich das Innere. Siris Beine
zitterten so sehr, dass er sie beruhigend streichelte. Er beugte sich
hinunter, besah sich ihre Scham genauer, schließlich roch er sogar
daran, und als er die Zunge hinausstreckte, um an ihr zu lecken,
wehrte sich Siri. Er hielt ihre Beine fest, während seine Zunge die
Lippen durchforschte, als wollte er ihre Feuchtigkeit auflecken. Die
Berührung war unerträglich, sie hätte ihn gerne gebeten aufzuhören,
aber nur ein leises Stöhnen kam aus ihrer Kehle, das schnell
anschwoll, je heftiger er leckte und saugte. Sie hatte das Gefühl, als
würde sich ihr Inneres krümmen, sich in Krämpfen zusammenziehen, als
könnte sie keinen Atemzug länger aushalten, was er mit ihr tat. Als er
sie endlich losließ, war fast jede Stelle zwischen ihren Beinen
schmerzhaft empfindlich und wie wund. Siri bebte am ganzen Körper.
Aber es kam
noch schlimmer. Statt mit seiner Zunge streichelte er sie jetzt mit
seinen Händen. Seine Finger fuhren jede Falte nach, spielten mit den
geschwollenen Lippen und zogen sie dann weit auseinander, als er mit
einem Finger jenen kleinen und zwischen Hautfalten verborgenen Hügel
suchte, dessen Berührung so schmerzhaft war und gleichzeitig so gut
tat, dass sich die Frauen der Sippe oft stundenlang damit
beschäftigten, wenn sonst nichts zu tun war. Auch Siri hatte sich
daran gerieben, gestreichelt, aber immer nur heimlich. Allerdings
hatte sie es sehr vorsichtig gemacht, sich kaum berührt, aber Gandars
Fingerspitze lag so fest darauf, dass Siri aufschrie.
Szene 2
Die
Bewohner dieses Dorfes versammelten sich, als sie Gandar erkannten.
Einer löste sich von der Gruppe, begrüßte Gandar, indem er ihm die
offene Hand hinhielt, und Gandar seine darauf legte. Es war ein alter
Mann mit weißem Haar. Siri beobachtete ihn neugierig. Noch nie hatte
sie bei Ramas Sippe einen Menschen mit so weißem Haar gesehen. Die
meisten wurden grau, wenn sie älter wurden. Der Alte, dem sie gedient
hatte, war schon gebeugt gegangen und hatte doch noch dunkleres Haar
gehabt. Dieser Mann musste sehr alt sein. Sie erkannte an der
ehrerbietigen Art, mit der er behandelt wurde, dass er eine besondere
Stellung einnahm. Und wie sie später auch erfuhr, war er der Älteste
dieses Stammes.
Gandar
erklärte ihm, dass er mit einer Sklavin zurückgekehrt sei. Der Mann
kam näher, ergriff eine Strähne von Siris Haar, rieb sie zwischen den
Fingern. Sein Blick glitt abschätzend über ihre Brüste, die von ihrem
schmutzigen und zerrissenen Ledergewand bedeckt waren, und über ihren
Körper.
Eine ältere
Frau kam lachend auf Gandar zu. Der lief ihr entgegen, beugte sich
nieder und umarmte sie. Die Alte sah auf Siri, und Gandar befahl Siri,
herzukommen. Die Frau betrachtete sie abwägend.
„Sie gehört
jetzt mir“, sagte Gandar. „Sie hat den anderen gedient. Jetzt wird sie
mir dienen.“
„Sie ist
nicht kräftig“, sagte einer der Männer, den sie vor dem Dorf getroffen
hatten, und der sie begleitet hatte. Siri war tatsächlich auch ein
wenig kleiner und zarter als diese Menschen hier.
„Sie ist
zäh. Sie wird gute Arbeit machen. Und sie ist schnell und furchtlos!“
Gandars Blick war voller Stolz, als er Siri ansah. „Sie hat mit mir
gejagt.“
Er lachte,
als er sah, wie Siri die anderen hinter seinem Rücken herausfordernd
ansah und den Kopf zurückwarf. Sie fühlte sich stark, weil sie
wirklich mit ihm gejagt hatte. Und weil er sie so oft gewollt und
gestreichelt hatte. Die Männer betrachteten sie neugierig. „Die Tiere
werden sie suchen“, wandte der alte Mann ein.
„Sie werden
sie nicht finden.“ Gandar hatte bis jetzt freundlich geschaut,
gelacht, aber jetzt zogen sich wieder seine kaum sichtbaren
Augenbrauenwülste zusammen, so dass Falten über seiner Nase
entstanden. „Sie haben sie als Sklavin gehalten. Jetzt wird sie meine
sein. Und hier – seht …“, er nahm Siris Hand und hob sie hoch, zeigte
den anderen ihren Arm. Es war ein dunkles Muster darauf gezeichnet,
das ein Tier darstellte. Es war im Laufe der Monde zwar verblasst,
aber noch schwach sichtbar. „Sie hat die Zeichen, wie nur unsere Leute
sie tragen.“
„Keiner aus
unserem Stamm. Aber ich habe ähnliche schon einmal gesehen. Von einem
Alten, der von weither kam. Und eine unserer Sklavinnen hat ähnliche.
War die hier immer schon bei den Tieren?“
„Ich weiß
es nicht.“
„Warum
fragst du sie nicht?“, meinte die alte Frau, die sich dicht neben
Gandar gestellt hatte.
„Sie
spricht nicht. Aber das ist auch gleichgültig. Sie wird mir dienen.“
Gandar nickte ernst. Seine Hand glitt dabei besitzergreifend von Siris
Arm über ihren Körper. „Sie gehört jetzt mir“, wiederholte er.
„Hast du
sie schon auf alle Arten besessen?“
Er
schüttelte auf diese seltsame Art, die Siri nun schon kannte, den
Kopf, was Verneinung, manchmal auch Belustigung bedeutete. „Ihr Blut
wurde noch nicht vergossen.“
Die alte
Frau und die Männer sahen zuerst Gandar, dann Siri ungläubig an. „Soll
das heißen, die Tiere haben sie nicht bestiegen?“
„Nein.“
Gandars Blick ruhte voll geheimer Vorfreude auf ihr. „Sie hatten dort
genug Weibchen und beachteten sie nicht weiter.“
„Ich werde
das überprüfen“, sagte die Alte zweifelnd. „Sonst müssen wir den Ritus
vollziehen, bevor du in ihr liegen darfst. Wir dürfen die Götter nicht
erzürnen. Kommt mit.“
Die Männer
blieben zurück, und Gandar und Siri folgten der Alten zu einer Hütte.
Sie traten ein, Siri sehr zögernd, denn die Alte war ihr unangenehm.
Und sie fragte sich, was sie überprüfen wollte. Aber kaum waren sie in
der Hütte, als die Alte ihr befahl, sich auszuziehen.
Siri rührte
sich nicht, sah die Alte nur störrisch an. Gandar griff nach ihrem
Gewand und zog es weg. Siri legte erschrocken die Arme um ihren
Körper, als die Alte nach ihren Brüsten griff.
„Halte sie
fest. Sie ist dumm wie ein Tier, versteht gar nichts.“
Gandar
fasste ungeduldig nach Siris Handgelenken und drückte sie ihr auf den
Rücken. Der alte Mann und einige andere, die hier offenbar etwas zu
sagen hatten, standen in der Tür und sahen zu. Die Alte fasste nach
Siris Brüsten, quetschte sie, besah sie. „Sie scheint wirklich noch
nicht gesäugt zu haben.“
Gandar sah
verärgert aus. „Ich sagte dir doch, sie ist noch nicht bestiegen
worden. Ich habe schon nachgesehen.“
„Das muss
ich selbst tun.“ Die Alte deutete vor Siri auf den Boden. „Leg dich
hin.“
Siri
starrte sie nur an und blieb stehen.
„Sie
versteht uns wirklich nicht. Sie ist wie diese Tiere, bei denen sie
gelebt hat und die dich gefangen haben“, wiederholte die Frau. „Und
sie stinkt auch so.“
„Das ist
von dem alten Leder, das sie getragen hat. Aber ich werde sie ins
Wasser werfen, bis sie sauber ist.“ Gandar lachte. „Und bald wird sie
sowieso nur noch nach mir riechen. Und sie wird lernen, uns zu
verstehen. Vielleicht kann sie sogar lernen, mit uns zu sprechen.
Bestimmt sogar. Ich glaube nicht, dass sie dumm ist. Sie lernt sehr
schnell.“ Er lächelte Siri an, doch die Alte packte Siri an den Haaren
und zerrte sie nieder.
Siri wehrte
sich, aber da hatte Gandar sie ebenfalls am Arm gefasst und drückte
sie zu Boden. Nun gab Siri nach. Gegen Gandar wollte sie sich nicht
wehren. Er hatte sie von Ramas Sippe befreit, sie mitgenommen, war
Herr über das Feuer und hatte sie den Weg über beschützt, gewärmt und
genährt. Sie gehörte nun ihm, und es war sein Recht, dass sie ihm
gehorchte.
Sie setzte
sich wie gewünscht auf den Boden, presste jedoch die Schenkel
zusammen. Die Männer standen immer noch an der Tür und sahen sie
neugierig und begierig zugleich an.
„Sie ist
wild“, sagte die Alte böse. „Auch ihr Haar ist seltsam. Es sieht aus
wie dunkles Feuer. Das ist kein gutes Zeichen.“
„Ich finde
es schön. Und sie ist nicht wild, sondern sehr gehorsam. Sie hat nur
Angst“, erwiderte Gandar. „Sei nicht zu hart zu ihr.“
„Ich kann
so nicht nachsehen.“
Gandar
kniete sich neben Siri, presste ihren Oberkörper zurück, bis sie lag.
Er hockte sich so, dass die anderen Männer sie nicht angaffen konnten,
und griff dann nach ihren Beinen, zog ihre Knie hoch bis an ihren
Körper und spreizte sie zugleich.