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Leseprobe:
Sofia öffnete die Tür zu dem Raum, den Noctalyus ihr gezeigt
hatte. Wenn sie ihm trauen durfte, wartete hier der einzige Vampir Londons,
der alt genug war, um ihr weiterhelfen zu können.
Das grelle Neonlicht blendete sie und verwandelte die Welt in
ein scharfes Zerrbild aus Hell und Dunkel. Der Vampir, die Lässigkeit in
Person, fläzte sich auf einem Bett, dessen Größe allein Aufschluss über
seine Hobbys gab. Die Hose war das erste, was Sofia auffiel.
„Oh, bitte!“ Sie schüttelte den Kopf. „Nicht noch so ein
Klischee.“
Erstaunt blickte der Vampir auf, und Sofia sah in die
hellsten Augen, die sie je gesehen hatte.
„Welches Klischee?“ Xylos Stimme klang irritiert.
Sofia zeigte auf die Hose. „Eine schwarze Lackhose.
Stereotyper geht es ja wohl kaum!“
Xylos sah an sich herab, als sei Sofia die erste Frau, die
seine Hose bemerkte, wenn er halbnackt auf einem Bett vor ihr lag.
„Sie lässt sich aber leicht abwaschen.“ Anzüglich lächelnd
erhob sich der Vampir von seinem Bett und bot Sofia einen ausgezeichneten
Blick auf die volle Länge der Hose.
„Uh! So genau wollte ich das gar nicht wissen.“
Xylos lachte bei dem peinlich berührten Klang ihrer Stimme.
Es war ein sehr sinnliches Lachen, das sie umschmeichelte wie flüssiger
Honig. Großer Gott, wo haben die den denn her?
Der Vampir löste sich endgültig von seinem Bett und
schlenderte mit einem verträumten Gesichtsausdruck auf sie zu. Selbst der
einfache Akt des Gehens wirkte bei ihm verführerisch. Ebenso seine Muskeln,
die sich rhythmisch bewegten und seine faszinierende Haut, die in einem
himmlischen Goldton schimmerte. Nichts an seinem Körper schien einen Makel
zu haben, er war perfekt proportioniert und wirkte trotzdem wie ein süßer
Sunnyboy. Er konnte kaum älter als 25 gewesen sein, als er Vampir wurde,
denn seine Gesichtszüge waren weich, vertrauensvoll, während ein
gefährliches Feuer in seinen fahlen Augen brannte. Wahrscheinlich ist es
dieser Gegensatz, auf den die meisten Frauen abfahren, dachte Sofia.
Edward hatte – wenn man nicht hinsah – in Großbuchstaben „Gefahr“ auf der
Stirn stehen, während bei Xylos auf den ersten Blick nur „Harmlos“ stand.
Es waren einzig seine Augen, die Sofia erschreckten – wie ein
Gewässer ohne Boden – und die sie dazu zwangen, den Blickkontakt
abzubrechen.
Für Sekunden fühlte ihr Kopf sich unsagbar leer an, und sie
musste sich konzentrieren, um sich dem Vampir nicht darzubieten.
„Noctalyus hat wirklich einen guten Geschmack. Wenn er es
war, der dich aus der Warteschlange gefischt hat.“
„Ich habe mich selber gefischt“, meinte Sofia abwesend und
starrte die Kette an, die der Vampir trug. Sie versuchte sich zu erinnern.
Hatte nicht auch Noctalyus solch eine Kette getragen?
„Gefällt sie dir?“ Xylos ließ einen einzelnen Anhänger durch
seine langen Finger gleiten und lenkte Sofias Aufmerksamkeit dadurch auf die
Tatsache, dass die anderen vier perlenförmigen Anhänger das Abbild
verschiedener Frauen zeigten.
Kaum hatte der Vampir den Anhänger freigegeben, schmiegte er
sich wie eine flüssige Perle zurück an seine Haut.
„Nein. Wieso sollte jemand vier Frauenportraits mit sich
herumtragen?“, meinte Sofia ehrlich.
„Weil ich sie liebe.“
„Nee, ist schon klar! Alle vier!“ Sofia musste sich keine
Mühe geben, ihre Stimme sarkastisch klingen zu lassen.
„Aber du bist wegen etwas anderem hier, nicht wahr?“ Xylos
Tonlage wurde ein gekonntes Flüstern, seine Worte ein Schmeicheln gegen ihre
Haut. Er war ihr eindeutig zu nahe.
„Ja, bin ich!“, gab sie zu. Für den Bruchteil einer Sekunde
las sie herablassende Verachtung in seinem Blick, dann wieder seine
liebevolle Sanftmut, mit der er sie verführen wollte. Oh Gott, er ist der
Callboy! Bevor sie dazu kam, seinen Verdacht klarzustellen, sagte er:
„1000 Euro.“
„1000 Euro?“ Beinahe hätte Sofia gelacht. „Weißt du, wie
lange ich dafür arbeiten muss?“
„Nein“, antwortete der Vampir und in diesem Nein schwang ein
„Interessiert mich auch nicht“ mit.
„Einhundert Stunden!“, sagte sie trotzdem. Und fügte noch
hinzu, als sein anzügliches Grinsen in die Breite wuchs: „Deswegen kein
Interesse.“
Er musterte sie abschätzend. „Wenn das der einzige Grund ist:
500 Euro.“
„Du hast ja eine wahnsinnige Inflation“, lachte Sofia, die
die Situation angesichts seines Gesichtsausdrucks genoss. „Wenn ich noch
fünf Minuten warte, bekomme ich Geld, nicht du.“
Xylos blinzelte und starrte Sofia an, sah weg und sah sie
wieder an. So, als könne er nicht fassen, was geschah.
Dann kehrte er zu seinem Standardtext zurück: „Es lohnt sich,
Mädchen! Glaube mir, ich bin gut, der Beste, den du je gehabt hast – und je
haben wirst.“
Sofia grinste. Irgendwie war er süß in seiner Hilflosigkeit.
Nur mühsam widerstand Xylos der Versuchung, den Preis noch
weiter zu senken. Dass sich die hübsche Blondine so deutlich uninteressiert
an ihm und seinem Körper zeigte, machte sie so reizvoll wie schon lange
keine Frau mehr. Er schob sich langsam und unmerklich so in Position, dass
sie unmöglich vor ihm die Tür erreichen konnte.
„Das, mein Lieber, kann jeder behaupten!“ Ihr Lachen
provozierte ihn, sein Spiel weiterzuspielen.
„Lass es auf einen Vergleich ankommen!“, lockte er.
Obwohl Sofia Xylos’ Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte, was
ihr wie eine Invasion in ihre Privatsphäre vorkam, musterte sie den Callboy.
Er war sich seiner Sache ekelhaft sicher, glaubte, er könne sie ebenso
besitzen wie die Frauen, die draußen auf ihn warteten.
„Ich habe keine Vergleichspalette. Nicht jeder ist so leicht
zu haben wie du!“, konterte Sofia deswegen mit einer Spur Bosheit und
vergaß, auf ihr eigentliches Anliegen zurückzukommen.
Xylos starrte sie an, und Sofia begriff, dass ihre Worte
exakt das Schlechteste gewesen waren, was sie hatte sagen können. Der Glanz
in seinen Augen spiegelte seine plötzlich angefachte Gier. „300.“
„Nicht mal, wenn du was draufzahlst, Schätzchen! Kennst du
die Visawerbung?“ Sofia fühlte sich unter dem sexuell aufgeladenen Blick
unwohl und war froh, dass sie ihr Gegenüber mit ihrer Bemerkung aus dem
Konzept brachte.
„Visa?“, hakte Xylos nach.
„Sie meint damit, sie ist unbezahlbar!“, unterbrach Edwards
Stimme das Gespräch. Sofia als auch Xylos fuhren überrascht herum, sie
hatten ihn nicht kommen hören.
Edward nickte entschuldigend, obwohl ihm nicht nach einer
Entschuldigung war. Gleich nachdem Noctalyus ohne Sofia zurückgekehrt war,
hatte Edward sich entschlossen einzugreifen. Es gab kaum eine subtilere und
boshaftere Rache, als Xylos eine Frau zuzuführen. Sei es eine Sterbliche
oder eine Unsterbliche.
„Noctalyus sagt, ich solle dich zur Tür bringen, damit dir
genügend Zeit bleibt, dich für die Party morgen Nacht vorzubereiten und dich
neu einzukleiden“, log Edward und verfluchte sich in derselben Sekunde, in
der er es ausgesprochen hatte. Jetzt hatte er das lebensmüde Mädchen, den
rachsüchtigen Noctalyus und den interessierten Xylos wahrscheinlich noch
eine weitere Nacht am Hals.
Sofia blinzelte und sah an sich herab. Xylos Blick – und, wie
Edward verärgert feststellte, auch sein eigener – folgten ihr. Edward riss
sich von Sofias Anblick los und sah an Xylos verwirrtem und gierigem Blick,
dass der Callboy immer noch nicht begriffen hatte, wen er vor sich hatte.
Ist auch besser so, dachte Edward. Er wunderte sich über die grenzenlose
Erleichterung, die er empfand, als Xylos sich umdrehte und durch eine
Handbewegung zu verstehen gab, sich wieder seiner Verlustierung in Form der
nächsten Sterblichen widmen zu wollen.
Edward wartete, dass die Vampirin den Raum verließ, bevor er
ihr folgte und die Tür zu Xylos’ Raum schloss. Weswegen stört es dich,
dass das Mädchen mit Xylos spricht? Xylos kennt die Regeln. Verärgert
beobachtete er ihren wiegenden Gang, die mäandernde Linie ihres Körpers, der
sich anmutig vor ihm bewegte in einer zeitlosen Bewegung, die den Männern
stets zur Versuchung wurde.
Du willst sie in deinem
Bett! Die
Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Sie schmerzte und nahm ihm den Atem.
Sein ganzer Körper war in Aufruhr.
Wütend, als sei es Sofias Schuld, überholte er sie und blieb
stehen. Durch seine Nähe zwang er sie dazu, den Kopf in den Nacken zu legen,
um seinen Blick festzuhalten.
„Es wäre besser, wenn du morgen Nacht nicht herkommst!“,
behauptete er.
„Was passiert morgen Nacht?“ Sofia gab sich Mühe, ebenso
leise zu reden.
„Es werden einige der älteren Vampire hier sein.“
„Dann werde ich das auch!“, beschloss Sofia und wollte an
Edward vorbei Richtung Ausgang gehen. Verärgert über die Leichtigkeit, mit
der sie seine Warnung abtat, vertrat er dem Engel den Weg und blieb so nahe
vor ihr stehen, dass sein Körper den ihren streifte. Du wirst gehorchen
und nicht herkommen, befahl er seinem Geschöpf und sah sie eindringlich
an.
Sofia weigerte sich, auch nur einen Zentimeter
zurückzuweichen. Ihretwegen konnte Edward sich auf ihre Füße stellen, ohne
dass sie zurückweichen würde. Sie hatte das Gefühl, dass verlorener Boden
nichts war, was man von ihm zurückbekäme.
„Geh mir aus dem Weg!“, forderte sie. Schon vor Jahren hatte
sie gelernt, dass man Hilflosigkeit überspielen und Tränen verhindern
konnte, wenn man Widerstand aufbrachte. Manchmal war Zorn der einzige
Schutz, den man hatte.
Edward blinzelte überrascht über Sofias Gegenwehr. Sie schien
nicht einmal bemerkt zu haben, dass er versuchte, sie geistig zu
beeinflussen. Er musste direkter werden.
„Das werde ich!“, versprach Edward und beugte sich langsam zu
ihr. „Gleich!“ Sein Atem strich über ihr Gesicht und die Tatsache, dass er
sie nicht küsste, sondern Millimeter vor ihren Lippen innehielt, sie seine
Wärme, sein Verlangen spüren ließ, ohne etwas zu fordern, brachte ihren Atem
mit einem leichten Keuchen zum Stocken. Ein vollkommen weiblicher Laut. Sie
verfluchte sich im Stillen dafür. Keuche einfach, warum nicht?,
schalt sie sich. Es trennten sie nur wenige gefährliche Zentimeter vor dem
vollen Körperkontakt, während seine Hände in der Luft an ihrem Körper nach
unten glitten, ohne ihn oder den Stoff ihrer Kleidung zu berühren. Trotzdem
konnte sie seine wohlgenährte Wärme spüren und fühlte sich, als setze er
ihre Haut in Brand, spürte, wie Elektrizität durch ihren Körper schoss, wo
immer seine Finger verweilten und genoss das schmerzhaft unbekannte Ziehen
in ihrem Unterleib.
Szene 2
Bei ihrem Lächeln verwandelte sich das Eis seiner Augen von
einer Sekunde zur anderen in lodernde Flammen des Verlangens. Er trat so
rasch an sie heran, dass er ihren Fluchttrieb überrumpelte, bevor sie seine
Nähe spürte.
„Was immer es war, es tut mir leid. Wenn ich es ungeschehen
machen könnte, dann würde ich es tun.“
„Selbst meine Existenz als Vampir?“
„Selbst deine Existenz als Vampir!“, murmelte Edward an
Sofias Lippen und zögerte, als er den Schalk in ihrem Blick sah.
„Selbst wenn das bedeuten würde, du wärst mir nie begegnet?“
Ihr Atem streifte seinen Mund, und er musste sich konzentrieren, um ihr eine
passende Antwort zu geben: „Mir nicht begegnet zu sein ist wahrlich nicht
das Schlimmste, was dir geschehen könnte!“
Sofia lachte leise, und Edward stahl das Lachen direkt aus
ihrem Mund, indem er sie küsste. Einen Augenblick lang war sie noch
angespannt, dann ergab sie sich. Ihr Körper wurde nachgiebig, ihre Lippen
sanft. Sie kannte nicht die List einer erfahrenen Frau, ihre Begeisterung
war frisch, unschuldige Leidenschaft, die ihn begeisterte und bezauberte.
Als sie schließlich zurückwich, ließ Edward sie gehen. Ihr
Gesichtsausdruck spiegelte Verwirrung wieder.
Edward ging es nicht anders. Obwohl sein Verstand ihn an den
Fluch und an die Aufgabe, die Sofia zu erledigen hatte, erinnerte, wollte er
sie mit einem Verlangen, das ebenso irrational wie unkontrollierbar war.
„Ich will das nicht“, murmelte Sofia leise, als müsse sie
sich selber daran erinnern und sich davon überzeugen, dass sie sich auf ein
gefährliches Spiel einließ.
„Das ist eine Lüge!“
„Nein, ist es nicht!“ Sie schüttelte heftig den Kopf.
„Ich kann dein Verlangen spüren.“ Edward leckte sich die
Lippen. „Ich kann es schmecken.“
Sofia gab einen gequälten Laut von sich. Wie belügt man
jemanden, der weiß, was man fühlt?
„In Ordnung“, gab sie zu, „mein Körper verlangt nach deinem.“
Ihre Miene war frustriert. „Macht dich das glücklich?“ Der letzte Satz war
Zynismus pur.
Edward lächelte. „Ja.“ Er schenkte ihr nur ein Wort, aber es
floss durch ihren Körper, ihren Verstand und flüsterte von Dingen, die er
nicht gesagt hatte. Wisperte in der Dunkelheit von Triumph und Erfüllung,
Leidenschaft und Verehrung.
„Was hält dich ab?“ Seltsamerweise stelle Edward diese Frage,
obwohl sein Verstand immer noch gegen seine Leidenschaft anbrüllte.
Sofia schnaubte. „Was hält dich ab? Ist das eine ernste
Frage? Vor drei Minuten hast du nicht einmal gewusst, wer ich bin!“
„Und habe dich gewollt.“
„Du meinst, du hast mich quälen wollen?!“, konterte sie
wütend.
Er beugte sich zu ihr und legte jedes Gramm seiner Sehnsucht,
jeden Hauch von Verführungskunst in seine wortlose Bitte um Vergebung, bis
sie unter seiner Berührung erbebte. Erst dann ließ er von ihrem Mund ab,
folgte mit seinen Küssen der Linie ihres Kiefers, bedachte jeden Zentimeter
ihres Gesichtes; ihre Nase und ihre Augenlider, als sie sich flatternd
schlossen. Er hielt inne, und seine sinnlichen Lippen schwebten eine
Zungenlänge entfernt über ihren. Als er die Bestätigung seiner Wirkung in
ihren Augen las, packte ihn das Verlangen mit solcher Macht, dass er
erzitterte.
Er grub seine Hände in die reiche Seide ihrer Haare und hielt
Sofia still, während er sich zu ihr beugte. Er sammelte die Energie um sie
herum und hielt Sofia in ihrem Zentrum gefangen. Sein Mund senkte sich auf
ihren, nahm ihn in Besitz. Feuer sprang von ihm zu ihr, verband sie und
steigerte sich zu unbarmherzigem Hunger. Doch der Kuss war nicht genug.
Wird nie genug sein.
Sofia legte Edward die Handfläche an die Brust, um ihn
wegzudrücken, doch stattdessen ließ sie die Hand auf seinem dünnen Hemd
ruhen, genoss die Lebenswärme, die von ihm ausging und seine
Anziehungskraft, der sie einfach nicht entrinnen konnte. Sie wusste sehr
genau, warum er sie auf diese Weise küsste – er wollte die Kontrolle über
sie haben; wollte sie leidenschaftlich machen und gehorsam, damit sie ihn
mitnahm und ihm vertraute. Sie war vielleicht leidenschaftlich – aber
gehorsam? Nur, weil ihr Körper und ihr Verstand jeglichen Widerstand
aufgaben, wenn er sie in seinen Armen hielt und seine Lippen die ihren
fanden, bedeutete das noch lange nicht, dass er sie damit auch willenlos
machte.
Und das wiederum bedeutete, dass er sie so lange küssen
konnte, wie er wollte. Wenn er entschieden hatte, sie noch bis Tagesanbruch
zu küssen , gab es für sie keinen Grund, auch nur eine einzige kostbare
Minute seiner Küsse zu verschwenden.
Sie verpflichtete sich mit diesen Küssen zu nichts, nicht zu
Liebe und nicht zu Vertrauen. Aber es war ausgesprochen schön, von ihm
geküsst zu werden. Die Berührung seiner Lippen verzauberte sie, die noch
viel kühneren Liebkosungen seiner Zunge erregten sie. Sie fühlte sich wild
und leichtsinnig – eigenartig ruchlos.
Edward hatte sie in eine Welt gelockt, die nur aus erotischen
Träumen und brennender Sehnsucht zu bestehen schien. Mochte es auch eine
verrückte Idee sein, sie würde in dieser Nacht für einige kurze Stunden
ihren Träumen nachgeben und die Fantasie ausleben, mit der sie sich
vielleicht bis in alle Ewigkeit begnügen musste.
Als der Vampir seinen Arm noch fester um sie schloss,
schmiegte sie sich bereitwillig an ihn, drückte ihre Brüste gegen seinen
Oberkörper.
Für Sekunden drohten Edwards innere Dämonen ihn zu
überwältigen, dann schob er vorsichtig seine Zunge zwischen ihre Lippen, um
die sanfte Höhlung, die sie ihm so bereitwillig anbot, gekonnt zu
erforschen.
Ihr Geschmack, so leicht und frisch, so verlockend, stieg
Edward sofort zu Kopf und verwirrte seine Sinne. Nur mühsam hielt er seine
Dämonen weiter zurück und genoss das, was sie ihm freiwillig bot.
Er wurde nicht vom Zorn getrieben, nicht einmal von dem
Wunsch, ihr seinen Willen aufzuzwingen, damit sie sich der Gefahr fern
hielt. Der Drang, der sein Blut in Wallung brachte, war einfach nur das
Verlangen nach ihr – mehr nicht. Er wollte sie, musste sie einfach haben.
Sofia schnappte nach Luft, als Edward sie zärtlich und mit
unerträglicher Muße in die Halsbeuge biss. Seine Eckzähne glitten sanft über
ihre Haut. Ihr Mund wurde trocken. |