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Leseprobe:
Szene 1:
Verdammt, was soll ich bloß tun?
Sie lief in die Küche,
setzte sich Teewasser auf und knabberte nervös an ihrem Fingernagel.
Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als Leonard anzurufen und ihn zu
bitten, sich vor meinen Eltern als die große Liebe meines Lebens auszugeben.
Hektisch griff
sie zum Telefonbuch. „Williams ... Williams …“, dann hatte sie seine Nummer
gefunden. Soll ich oder soll ich nicht? Hm…es ist Sonntagabend,
vielleicht ist er ja gar nicht zu Hause.
Sie nahm den Telefonhörer
ab und wählte mit zitternder Hand Leonards Nummer. Augen zu und durch.
Mehr als nein sagen kann er nicht. Und wenn er anderen Frauen seinen Körper
verkauft, dann wird es für ihn ja wohl ein Klacks sein, mir für einen
Nachmittag seine Zeit und Schauspielkunst zu widmen – gegen ordentliche
Bezahlung natürlich.
Sie hörte ein Freizeichen
... atmete tief durch und ... legte auf.
Du bist wirklich der
größte Feigling unter Gottes Sonne,
stachelte sie sich selbst
an. Los, zeig dass du den Biss hast zu Ende zu führen, was du begonnen
hast. Oder ist es dir lieber, vor deine Familie zu treten und … Weiter
wollte sie gar nicht denken. Rasch griff sie erneut zum Hörer.
Freizeichen … und dann
wurde abgehoben …
„Hallo?“
Helenas Knie wurden weich
beim Klang seiner Stimme. Heiße Schauer liefen ihr über den Rücken und ihre
Hände zitterten, als sei sie gerade auf Entzug. Gut, dass er mich jetzt
nicht sehen kann. „Hier ist Helena. Erinnerst du dich?“ Ihre Stimme
bebte, während sie in den Hörer lauschte.
Leonard schwieg. Oder hatte
er das Gespräch beendet?
„Leonard? Bist du noch da?“
„Ich bin noch da. Sag bloß,
du hast Sehnsucht nach mir.“ Er lachte leise.
Oh je, diese erotische
Stimme! Ich muss aufpassen, denn er kann mir gefährlich werden. Aber dieses
eine Mal brauche ich ihn noch. Unbedingt! Und dann ist endgültig Schluss mit
dem Thema Leonard Williams.
„Okay, Helena, wenn du
nicht mit mir sprichst, lege ich jetzt auf. Schließlich darf das Telefon bei
meinem Job nicht allzu lange blockiert sein.“
„Bitte! Leg nicht auf. Ich
brauche deine Hilfe!“
„Aha. Ist ja interessant.“
„Machs mir bitte nicht so
schwer. Es hat mich Überwindung genug gekostet, bei dir anzurufen.“
Wieder schwieg er.
„Leonard?“
„Anwesend!“
„Ich sitze wirklich mit dem
Rücken zur Wand und nur du kannst mir helfen. Hättest du einen Termin für
mich? Ich möchte dich buchen.“
„Du möchtest mich buchen?“
Leonard verstand den Zusammenhang nicht.
„Nicht für das, was du
denkst. Ich habe es nicht nötig, mir Sex zu kaufen.“
„Sondern?“
„Damit meine Eltern endlich
aufhören, mich mit dem ‚Schwiegersohn ihrer Träume’ verkuppeln zu wollen,
habe ich ihnen gesagt, dass ich meine große Liebe schon gefunden habe.
Würdest du dich mit mir bei meinen Eltern treffen und ihnen vorspielen,
derjenige zu sein, der mein Herz erobert hat?“
„Oho, vom verruchten
Callboy steige ich in deiner Liga also zu deiner großen Liebe auf.
Merkwürdige Zufälle hält das Leben bereit!“ Leonard lachte amüsiert.
„Mach dich nur über mich
lustig.“ Helena wollte vor Zorn das Telefonat beenden, doch sie brauchte ja
seine Hilfe. Unbedingt. Also gab sie ihrem ersten Impuls nicht nach.
„Du bittest mich um Hilfe?
Nun, warum suchst du dir keinen anderen? Meine Zeit ist knapp bemessen. Und
ich bin nicht billig.“
Leonard grinste dämonisch. Er würde lügen, würde er behaupten, diese
Situation nicht zu genießen. Im Gegenteil. Nicht, dass er ihr ernsthaft böse
war, aber diese Dame brauchte einen Denkzettel und den wollte er ihr geben.
„Das geht
nicht.“
„So? Und
wieso nicht?“
„Weil meine
Eltern anwesend waren, als du auf meiner Ausstellung für mich getanzt hast.
Und ich habe ihnen gesagt, dass du derjenige welche bist.“
„Du kommst
ja auf Ideen.“ Wieder lachte er sein raues, verführerisches, diesmal aber
auch leicht spöttisch überhebliches Lachen.
„Mir ist gerade nicht zum
Lachen zu Mute.“
„Das tut mir leid für
dich.“
„Bitte, meine Lage ist
ernst.“
„So, so.“
Schweigen.
„Leonard?“
„Ja.“
„Bitte, hilf mir!“
„Bist du sicher, dass du
meine Dienste bezahlen kannst? Du weißt doch, wir Callboys haben stolze
Preise.“ Wieder lachte er.
Helena seufzte ergeben.
„Was verlangst du für mein Anliegen?“
„Lass mich nachdenken.
Moment … hmmm … Was nehme ich für Smalltalk, Schauspielerei und den Verlust
meiner kostbare Zeit? Ist gar nicht so einfach.“
„Leonard! Was möchtest du
haben? Ich zahle alles.“
„Alles?“
Helena erschrak. Es klang
alles andere als beruhigend, dieses eine Wort aus seinem Mund. Im Gegenteil,
es bewirkte, dass sich sämtliche Härchen ihres Körpers alarmiert
aufstellten. Dann jedoch dachte Helena an Lars. Und das war das weitaus
größere Übel.
„Ja, alles.“
„Okay – dann möchte ich
dich für siebzehn Tage als mein persönliches Callgirl buchen.“
„So war das nicht gemeint.
Ich werde dich gut bezahlen. Mit Geld!“
„Und was ist, wenn ich kein
Geld möchte? Wenn ich einfach einmal auf der anderen Seite stehen möchte –
mir eine Frau buchen, statt gebucht zu werden?“
„Du bist verrückt!“ Helena
war empört.
„Tja, mein Engelchen,
Männer wie ich sind zuweilen leicht verrückt. Wusstest du das nicht?
Siebzehn Tage nach meinen Spielregeln. Das ist mein Preis.“ Seine Stimme
klang entschlossen.
„Das kann nicht dein Ernst
sein!“
„Das ist mein absoluter
Ernst.“
„Da spiele ich nicht mit!
Ich denke nicht im Traum daran, für siebzehn Tage deine billige Gespielin zu
sein, nur weil du mir einen Nachmittag opferst!“
„Okay. War nett mit dir
geplaudert zu haben. Ach ja, ich wünsche dir viel Glück für dein weiteres
Leben.“
„Warte! Hey, du kannst doch
jetzt nicht einfach auflegen. Leonard, bitte leg nicht auf.“
Zu spät … er hatte schon
aufgelegt und nun drang lediglich das monotone Piepen aus dem Hörer an ihr
Ohr
Szene 2:
Als Helena ihren Wagen vor
dem großen schmiedeeisernen Tor parkte, spürte sie, wie ihre Knie vor
Aufregung zitterten und es in ihrem Magen heftig zu kribbeln begann. Mit
gemischten Gefühlen stieg sie aus. Sie war nervös, verwirrt – nicht eins mit
sich. Gleichzeitig aber auch voller Lust und grenzenloser Neugier. Vor allem
aber wahnsinnig erregt.
Was wird mich in der nächsten Zeit erwarten?
Wie Leonard es sich
gewünscht hatte, trug sie unter ihrem leichten Leinenmantel lediglich
hauchdünne schwarze halterlose Strümpfe, die an einem ebenfalls schwarzen,
mit zarter Spitze gesäumten Strumpfhaltergürtel befestigt waren. Dazu trug
sie einen passenden Büstenhalter, ein schwarzes Spitzenhöschen – inzwischen
feucht vor Erwartung – und High Heels aus schwarzem Lack.
Zwischen ihren Schenkeln
kribbelte es gewaltig, und allein schon der Gedanke daran, dass sie Leonard
in ein paar Minuten gegenüberstehen würde, ließ ihre Brustspitzen hart
werden.
Sie wollte gerade ihre
Reisetasche aus dem Wagen ziehen, als sie plötzlich nichts mehr sah; denn
jemand war hinter sie getreten und hatte ein Seidentuch um ihre Augen
gebunden.
„Leonard!“
„Ich werde dich jetzt zum
Haus führen“, hörte sie seine Stimme ganz nah an ihrem Ohr, während er sie
am Ellbogen fasste und zum Haus geleitete.
„Vorsicht, Stufe!“
Dann hörte sie, wie Leonard
die Tür aufschob. Sie tastete sich vorsichtig an der Wand entlang und
schritt zögerlich, einen Fuß vor den anderen setzend, hinein. Krachend fiel
die Tür ins Schloss und Helena zuckte erschrocken zusammen. Sie wurde von
einem kühlen Luftzug umfangen, erschauerte und flüsterte: „Leonard?“
Stille …
Ihre Stimme wurde eine
Nuance kräftiger: „Leonard?“
Doch wie zuvor vernahm sie
nichts, außer ihrem pochendem Herzen. Helena blieb unsicher stehen und fuhr
heftig zusammen, als sie eine Hand in ihrem Nacken spürte. Sie rührte keinen
Muskel, blieb zunächst stocksteif und wie angewurzelt stehen, doch dann
begann sie, die sinnlichen Liebkosungen dieser magischen Hand zu genießen.
Die Hand wanderte zu ihrem
Ohrläppchen, spielte mit der Ohrmuschel und zog dann eine heiße Spur zu
ihren Haaren.
Heiße Tropfen der Lust
sickerten in ihr ohnehin schon feuchtes Höschen, als diese Zauberhand ihren
Rücken hinab unter den Mantel glitt, fordernd ihr Gesäß umfasste und ihre
Pobacken feurig knetete und massierte.
Unwillkürlich passten sich
ihre Hüften den Bewegungen dieser verführerischen Berührungen an und sie
wimmerte leise – voller Lust – als diese teuflische Hand von hinten in ihr
Höschen fasste und sich einen Weg zu ihrer erwartungsvoll pulsierenden
Klitoris bahnte.
Als sein Daumen für einen
kurzen Augenblick in sie eindrang, wand Helena sich vor Lust und rieb sich
wollüstig an seiner Hand. Nun konnte sie fühlen, wie nass sie war.
Als er seine Hand
urplötzlich zurückzog, gab sie einen unwilligen Laut von sich. Sie spürte
dann aber sogleich, dass er ihr den Mantel abstreifte, dabei einen Kuss auf
ihren Nacken hauchte und das unnötige Kleidungsstück einfach auf den Boden
gleiten ließ.
Und dann begannen seine
Hände jeden Millimeter ihres Körpers zu ertasten. Prickelnd, erotisch, heiß
und verführerisch. Jedes Mal, wenn sie ihn nicht spürte, sehnte sie sich mit
brennendem Verlangen nach der nächsten Berührung und keuchte vor Lust, als
er sie sich schließlich kraftvoll über die Schulter warf, dabei nicht müde
wurde ihre Pobacken zu kneten und sie sicheren Schrittes zu einem ihr
unbekannten Ziel trug.
Er setzte sie auf etwas ab,
von dem sie annahm, dass es sich um einen Tisch handelte. Helena stützte
sich nach hinten mit ihren Händen ab. Ihre Finger glitten tastend über die
Oberfläche des Tisches und sie fühlte einen filzartigen Belag.
Durch den dünnen Stoff
ihres Slips spürte sie seine spielerische, aber unerhört fordernde Zunge und
als er den seidigen Stoff zur Seite schob wusste sie, dass sich ihre bloß
gelegte Scham nahe vor seinem Gesicht befinden musste.
Ihr Körper wand sich
zuckend, als er seinen Atem leicht, aber unglaublich gezielt zwischen ihre
Schamlippen blies. Ihren Vorsatz, Leonard spröde Gleichgültigkeit
vorzuspielen, hatte sie komplett ausgeblendet, aber selbst, wenn dies nicht
so wäre, hätte sie nicht die geringste Chance gegen seine geschickten und
verführerischen Liebkosungen gehabt. Sie befand sich in einem atemlosen
Rauschzustand und die Dunkelheit, die sie umfing, wirkte wie ein
zusätzliches Aphrodisiakum. Ihre gesamten Sinne waren auf diesen Mann
ausgerichtet und deshalb spürte sie auch sofort, als er sich langsam von ihr
zu entfernen begann.
„Leonard? Wo gehst du
hin?“
Stille …
„Leonard, so sag doch
was.“
Immer noch Stille …
Nichts als unerträgliche Stille und das Ticken einer Uhr. Helena war
versucht die Augenbinde zu lösen, aber sie wagte es nicht; denn Leonard
hatte ihr unmissverständlich klar gemacht, dass alles nach seinen
Spielregeln abzulaufen hatte. Außerdem empfand sie die Atmosphäre als
prickelnd und anregend, sodass sie sich ohne Augenbinde um dieses Vergnügen
gebracht hätte.
Und dann war er
plötzlich wieder da. Sie konnte seinen kühlen Atem spüren, der seitlich
durch das feuchte Höschen in ihre kurz gestutzten Schamhaare fuhr.
„Das gefällt dir, nicht
wahr?“
„Ja … oh ... ja“,
stöhnte sie, als sie seinen Daumen für einen kurzen Augenblick in sich
fühlte. Ihre nasse
Spalte pulsierte vor brennender Gier ihn in sich aufzusaugen, ihn voll und
ganz zu verschlingen.
Stattdessen ließ er von ihr
ab – zu ihrer maßlosen Enttäuschung. Sie hatte das Bedürfnis sich an ihm zu
reiben. An seiner Hand, seinen Lenden, auf seinem Knie und an seinem
Schwanz. Doch er hörte einfach auf.
Helena wimmerte leise.
Seine Zunge hinterließ eine prickelnde Spur auf ihren Oberschenkeln, näherte
sich bis auf ein paar Zentimeter erneut ihrer gierigen Klitoris, bewegte
sich dann aber leider Gottes wieder in die entgegengesetzte Richtung.
Teufel!
Er nestelte an ihrer
Augenbinde und die Dunkelheit verschwand zusammen mit dem seidenen Tuch,
welches er von ihren Augen zog.
Helena kniff instinktiv ihre Augen zusammen, denn sie
wurde von grellem Sonnenlicht empfangen, welches in hellen Strahlen durch
die breiten Flügeltüren des Wohnraumes schien.
Als ihre Pupillen sich
daran gewöhnt hatten, begann sie den Raum mit ihrem visuellen Sinn
abzutasten und stellte fest, dass sie auf einem Billardtisch saß, der im
geräumigen Wohnzimmer stand. Beim letzten Mal stand er noch nicht hier,
schoss es ihr kurz durch den Kopf, doch dann wurden ihre gesamten Sinne von
Leonards undefinierbarem Blick angezogen. Er beobachtete sie mit einem
eigentümlichen Funkeln in den Augen und dachte gar nicht daran, ihr
zaghaftes Lächeln zu erwidern.
Um Helenas Mundwinkel
begann es nervös zu zucken. Dieser Mann brachte sie noch um den Verstand.
Da saß sie nun – in
Strapsen, zarten Spitzendessous und halterlosen Strümpfen – vor ihm auf
einem Billardtisch und war zu keinem klaren Gedanken fähig. Sie spürte
lediglich, dass sich jede einzelne Zelle ihres Körpers nach ihm sehnte und
sie es nicht erwarten konnte, ihn endlich wieder zu spüren.
Fasziniert starrte sie ihn
an.
Leonard trug lediglich
einen weißen Bademantel aus Seide, der sich vorteilhaft von seiner leicht
gebräunten Haut abhob und ihn so gut kleidete, dass Helena sich gar nicht an
ihm satt sehen konnte.
„Lehn dich zurück.“
Helenas Atem ging
schneller. Sie gehorchte und stütze sich nach hinten auf ihre Ellbogen ab.
„Und nun spreiz die Beine
noch ein Stück weiter für mich.“
Wortlos tat sie, was er
wünschte.
Ohne den Blick von ihr zu
lösen, kniete er sich zwischen ihre gespreizten Schenkel, streichelte die
weichen Innenseiten zunächst mit seinen Händen und ließ dann seine herrlich
sensiblen Lippen der Spur seiner Hände folgen. In Helenas Ohren begann es zu
rauschen.
„Gefällt dir das?“
„Oh, ja“, gab sie keuchend
zur Antwort.
„Dann will ich dir mehr
geben.“ |