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Leseprobe:
Nicholas hatte die
Witterung aufgenommen und wusste nun, wo er zu suchen hatte. Die Spur führte
ihn zu einem großen Krankenhaus außerhalb des Wohngebietes. Es war ein altes
Gebäude – allerdings hervorragend ausgestattet.
Interessiert blickte sich
Nicholas um, setzte sich schließlich in eine der Besucherecken und setzte
seine Suche mental fort.
Sein gieriger Geist huschte
behände von Station zu Station und war schon bald am Ziel. Die Aura einer
schlanken, zerbrechlich wirkenden jungen Frau mit dichtem braunem Haar zog
ihn magisch an, und er wusste auf Anhieb, dass sie genau in sein Beuteschema
passte. Er begann in den Energiefeldern ihrer Aura zu lesen wie ein einem
Buch und sah, dass sie nicht nur anständig und hilfsbereit war, sondern ihre
eigenen Bedürfnisse hinter die ihrer Mitmenschen stellte und keinem anderen
Lebewesen jemals etwas zu Leide getan hatte.
Das gefiel ihm. Sogar
außerordentlich gut!
In sexueller Hinsicht
musste sie noch wach geküsst werden. Nicht, dass sie körperlich unberührt
war, aber sie hatte bisher erst einen Freund gehabt, und da Sex außerhalb
einer Beziehung für sie nicht in Frage kam, gab es bisher auch erst einen
Mann, der sie berührt hatte.
Ich werde dir zeigen, wie schön Sex ist, süße Lady. Du wirst dich danach
verzehren wie nach einem besonderen Leckerbissen.
Interessiert beobachtete er
ihre selbstlose Hilfsbereitschaft der jungen Kollegin gegenüber und staunte,
wie sie ihre eigenen Bedürfnisse ignorierte, nur um jemand anderem einen
Gefallen zu tun. Er spürte ihre Müdigkeit, ihre Erschöpfung, aber sie klagte
nicht, sondern freute sich, dass sie der Kollegin eine Last von den
Schultern nehmen konnte.
Nicholas rieb sich die Hände. Alles passte perfekt. Dies war
die Lady seiner Wahl …
Es war dunkel, schwül und
nass, als Cecile eine Stunde später ihr Fahrradschloss öffnete, ihre Tasche
auf dem Gepäckträger befestigte und losfuhr.
Es regnete nach wie vor
ohne Unterlass, und die Tropfen liefen ihr unangenehm in den Kragen ihrer
dünnen Strickjacke. Sie beschloss, noch schnell beim Supermarkt
vorbeizufahren und freute sich auf einen gemütlichen Fernsehabend mit
Spaghetti Bolognese und einem Gläschen Rotwein.
Sie seufzte erleichtert
auf, als sie endlich die Haustür erreichte. Starker Nebel zog auf und sein
Dunst umhüllte Häuser, Bäume und die Straße mit einem milchigen Schleier. Es
war nicht kalt, aber dennoch fröstelte Cecile. Der Nebel mit seinen
Schwaden, die wie Fangarme nach allem zu greifen schienen, strahlte etwas
Geheimnisvolles, ja fast Unheimliches aus, und ließ sie erschauern.
Cecile stieß einen leisen
Fluch aus. Sie konnte ihren Haustürschlüssel nicht finden. Wie ärgerlich,
dass sie ihn nicht schon vorher herausgesucht hatte. Jetzt musste sie mühsam
ihre ganzen Einkäufe balancieren.
„Geben Sie her, ich helfe
Ihnen.“
Cecile bemerkte den Mann
erst, als er sie ansprach. Sie musterte ihn kritisch und musste sich
eingestehen, dass er einfach umwerfend aussah.
Sein langes dunkles Haar
hing in nassen Strähnen um sein gut geschnittenes Gesicht und sein Hemd warf
zuckende Falten, als eine Windböe aufkam. Atemlos betrachtete sie ihn von
Kopf bis Fuß.
Als der Fremde Ceciles
Blick auffing, lächelte er. Verführerisch, sinnlich – ja, fast zärtlich.
Ceciles Herz begann heftig zu klopfen.
Sie hatte das Gefühl, als
müsste ihr Brustkorb jeden Augenblick auseinander bersten, so schnell und
hart schlug ihr Herz. Nie gekannte Gefühle erwachten in ihr.
Sie musste sich zwingen,
nicht wie hypnotisiert auf die schlanke Gestalt zu starren, die etwas
unglaublich Mystisches an sich hatte.
Rasch wandte sie den Blick
ab. Ihr Mund war trocken, ihr Blut schoss heiß durch ihre Adern und ihre
Knie zitterten.
Schließlich hielt sie es
doch nicht länger aus und drehte ihren Kopf erneut in seine Richtung.
Atemlos blickte sie in die unergründlich funkelnden Augen des Fremden.
„Danke, es geht schon.“ Sie
lächelte ihm verkrampft zu, nickte freundlich in seine Richtung und begann
ihre Suche nach dem Schlüssel erneut.
„Lassen Sie mich Ihnen doch
helfen. Ihr Wein rutscht Ihnen gleich aus den Armen, die Spaghetti werden
folgen, und Sie können anschließend Resteessen auf diesen ungemütlich nassen
Treppenstufen machen. Ist es das, was Sie wollen?“
„Nein, natürlich nicht.“
Cecile versuchte es erneut mit einem unbefangenen Lächeln, was ihr jedoch
gründlich misslang.
Sie wäre diesem Mann gerne
bei anderer Gelegenheit begegnet. Zu einem Zeitpunkt, an dem sie
vorteilhafter aussah und zur Konversation fähig. Ihr schokoladenfarbenes
Haar fiel ihr in nassen Strähnen auf die Schultern, und sie trug keinerlei
Make-up. Außerdem wirkten ihre braunen Augen sicherlich gehetzt, und ihr
überraschter Gesichtsausdruck war ganz bestimmt nicht der intelligenteste.
Cecile fühlte sich auf
eigentümliche Weise sehr stark zu diesem attraktiven Fremden hingezogen.
Etwas in seinem Blick faszinierte sie so sehr, dass sie am liebsten für alle
Ewigkeit dort stehen geblieben wäre, um ihn hemmungslos anzustarren. Es
schien fast so, als würde er tief in ihr Inneres schauen und dabei einen
Teil von ihr zum Leben erwecken. Einen Teil, der ihr bisher verborgen
geblieben war. Sie erschauerte, räusperte sich nervös, behielt aber ihr
Lächeln bei und ließ sich ihre Sachen bereitwillig von ihm abnehmen.
„Sorry, aber mein Schlüssel
liegt sicher wieder ganz unten in der Tasche, und ich habe dummerweise viel
mehr eingekauft, als ich geplant hatte.“
Ihr fiel auf, dass er
kräftige wohlgeformte Hände hatte.
Rasch wandte sie ihre
Aufmerksamkeit wieder ihrer Handtasche zu.
Während der Schlüsselsuche
stellte sie sich jedoch in allen Einzelheiten vor, wie es wohl wäre, wenn
diese Hände über ihren Körper gleiten würden.
Wie sie sich wohl auf meiner Haut anfühlen?
Cecile kam ins Träumen. Sie
fand, dass diese Hände hervorragend zu den regelmäßigen Zügen seines
Gesichtes passten. Ein Seufzer entrang sich ihrer Kehle. Und dann hatte sie
den Schlüssel gefunden.
„Endlich“, rief sie und
wedelte triumphierend mit ihrem Schlüsselbund vor seiner Nase. Dabei wurde
ihr bewusst, dass auch er vollkommen durchnässt war.
Und bevor sie noch daran
denken konnte, dass der Mann ja praktisch ein Fremder für sie war, hörte sie
sich sagen: „Und nun kommen Sie erst einmal herein. Sie sind ja ganz nass.
Ich bereite uns einen heißen Tee zu, und Sie können sich dann etwas
aufwärmen.“
Als sie die Tür aufschloss,
bemerkte sie nicht, wie triumphierend es in seinen Augen aufblitzte. Auch
sein siegessicheres Lächeln, als er an ihr vorbei den Korridor betrat,
entging ihr. Sie folgte ihm.
Der alte Holzboden knarrte
unter ihren Füßen, und die kleinen Absätze ihrer Schuhe klackten
gleichmäßig. Seine Schritte waren merkwürdigerweise gar nicht zu hören. Doch
sie machte sich keine weiteren Gedanken darüber.
Als sie mit ihm zusammen
den langen engen Korridor entlang schritt, spürte sie seine Nähe
überdeutlich. Heiße Schauer rannen ihren Rücken hinauf und wieder hinab …
sämtliche Härchen ihres Körpers stellten sich auf.
Da sie nicht die Absicht
hatte, sich für einen Mann zu interessieren, versuchte sie, diese
aufkommenden Gefühle zu vertreiben. Aber es war sinnlos.
Nervös und wie verzaubert
schritt sie vor ihm her und hätte weiß Gott was dafür gegeben, in seinen
Armen liegen zu dürfen.
Inzwischen waren sie an
ihrer Wohnungstüre angekommen.
Nicholas sah lächelnd auf
sie hinab.
Was für ein Bild von einem Mann!
Sie räusperte sich nervös.
„Na, dann hinein in die
gute Stube“, gab sie schließlich stammelnd von sich und fühlte sich wie ein
hypnotisiertes Kaninchen und zu keinem klaren Gedanken fähig. Ein paar
Minuten später war sie froh, dass sie erst einmal damit beschäftigt war, die
Lebensmittel zu verstauen, während er im Wohnzimmer wartete. Das gab ihr ein
paar Minuten, in denen sie sich ein wenig sammeln konnte …
„Wenn ich Ihnen behilflich
sein kann?“
Sie hatte ihn nicht kommen
hören. Dabei waren es einige Schritte vom Wohnzimmer bis zur Küche – und
gerade auf diesem Abschnitt knarrten die Holzdielen normalerweise immer.
Sie drehte sich um und sah
ihn an … diesen attraktiven Mann mit den schönen ausdrucksstarken
Gesichtszügen. Nervös strich sie sich eine feuchte Strähne ihres Haares aus
der Stirn und ließ ihren Blick unschlüssig durch die aufgeräumte Küche
schweifen. Die Lebensmittel waren weggeräumt, und es gab absolut nichts, was
sie noch hätte tun können. Dabei hätte sie so gern etwas getan! Sich mit
irgendetwas beschäftigt, um ihre Unsicherheit zu verbergen und nicht ständig
wie gebannt zu ihm hinzustarren. Natürlich hätte sie den Teekessel aufsetzen
können – schließlich hatte sie dies ja angekündigt – aber merkwürdigerweise
erinnerte sie sich überhaupt nicht mehr daran.
Sie senkte ihren Blick und
ließ ihn auf seinen langen schlanken Beinen ruhen, die in pechschwarzen
Hosen steckten. Sicher waren seine Beine muskulös – mit wohlgeformten
Schenkeln und Waden. Cecile seufzte leise auf und erschrak, als sie
bemerkte, wohin sich ihre Gedanken abermals verirrt hatten.
So war sie doch sonst
nicht. Im Gegenteil! Cecile verstand die Welt, vor allem aber sich selbst,
nicht mehr.
„Äh … ich … nun … wie wäre
es, wenn wir ins Wohnzimmer gehen, dort ist es gemütlicher.“
Nervös schob sie sich an
ihm vorbei und wurde sich bewusst, dass es sinnvoll wäre, sich der
durchnässten Kleidung zu entledigen. Aber sie wagte nicht, dies
anzusprechen, denn sie hatte Angst, es könnte falsch ausgelegt werden.
Ihre Nackenhärchen stellten
sich auf … sie spürte, wie der fremde Gast ihr folgte. Im Wohnzimmer blieb
sie mit dem Rücken zu ihm stehen und erschauderte, als er dicht hinter sie
trat und seine Hände links und rechts auf ihre Schultern legte.
Sein kühler Atem kitzelte
angenehm in ihrem Nacken … ein süßes Prickeln füllte ihren Magen und
schließlich ihren gesamten Körper aus.
„Ich habe mich noch gar
nicht vorgestellt.“ Seine Stimme war ganz nah an ihrem Ohr. „Mein Name ist
Nicholas.“
„Cecile.“ Ihre Stimme war
leise, unsicher.
„Cecile“, raunte er ihr ins
Ohr, und wie von Zauberhand geführt drehte er sie langsam zu sich um und
schenkte ihr einen verführerischen Blick.
Die Intensität ihrer
Gefühle schien Cecile zu überwältigen.
„Nicht“, flüsterte sie kaum
hörbar.
„Warum nicht?“
„Weil ich … ich gehöre
nicht … ich meine, ich habe noch nie … bitte nicht …“, brach sie ab. Mit
Herzklopfen schaute sie Nicholas an, der ihren Blick nicht minder intensiv
erwiderte. Ihre Augen versanken ineinander, und Cecile hatte das Gefühl, in
die Tiefe seiner Iris einzutauchen. Die Magie des Moments schaltete die
Realität aus, und wie von selbst kamen ihre Lippen einander näher, bis sie
sich schließlich in einem zarten, warmen Kuss vereinigten.
Wie verzaubert legte Cecile
ihre Arme um seinen Nacken und schob die Finger in sein weiches dichtes
Haar. Das erregende Spiel seiner Zunge jagte ihr einen wohligen Schauer über
den Rücken.
Als er den Kopf senkte und
mit seinen Lippen eine brennende Spur auf ihrem Hals zurückließ, warf sie
den Kopf zurück und stöhnte leise auf. Voll Entzücken schloss sie die Augen
und gab sich ganz diesen wundervollen Liebkosungen hin, die süß wie Honig
und verlockend wie Himbeersahne schmeckten. Nur seine Nähe zählte noch.
Diese gefährliche, überaus sinnliche Nähe, die ein Feuer in ihr entfachte,
welches nur er löschen konnte. Mit einem zufriedenen Seufzer schmiegte sie
sich eng an ihn.
Als Nicholas die
Leidenschaft in ihrem Blick sah, applaudierte er sich innerlich für sein
gekonntes Vorgehen, umfasste ihr Gesicht und blickte ihr tief in die Augen.
Ein Blick, der Cecile voller Begehren aufstöhnen ließ.
Hilfe, ich bin verloren.
Ein Zustand, den ich gar nicht mag.
Erschrocken wollte sie sich
aus dem Bann des Momentes lösen, doch als sie gleich darauf spürte, wie
seine Hände fordernd ihre Wirbelsäule entlang strichen, schob sie alle
störenden Gedanken beiseite. Nein, sie würde weder an das Vorher, noch an
das Nachher denken. Nur dieser Augenblick zählte, und sie würde sie
genießen, jene himmlischen Momente, die auf sie warteten.
Wie magisch gelenkt vermeinte sie, ganz im Hier und Jetzt
aufzugehen. Sie ließ es zu, dass sich ihr Körper vor Wonne in kleine
Moleküle aufzulösen schien. Es war ein Gefühl, als zerflösse sie unter
seinen Berührungen.
Wieder stöhnte Cecile voller Leidenschaft auf. Wie im Rausch
begann nun auch sie, ihn zu liebkosen. Zärtlich strich sie über die markante
Kontur seines Gesichtes, wanderte im Zeitlupentempo seinen Hals abwärts und
schob ihre Hände unter sein feuchtes Hemd, um endlich seine nackte Haut
unter ihren Fingerkuppen zu spüren.
Nicholas zog sie näher zu sich heran und küsste sie mit einem Feuer, welches
ihr die Sinne schwinden ließ.
Ohne den Kuss zu unterbrechen nahm er sie in seine Arme, zog
sie hoch und führte sie in enger Umarmung ins angrenzende Badezimmer.
Er lächelte verheißend, als er die Duschkabine öffnete und
den Wasserhahn bediente. Dann befreite er erst sie, dann sich von der
feuchten Kleidung und schlüpfte mit ihr unter die Dusche.
Das warme Wasser plätscherte gleichmäßig auf sie herab. Es
hüllte sie ein wie ein warmer, weicher Mantel der Sinnlichkeit.
Ihre Zungen bekamen nicht genug voneinander, spielten
miteinander und lockten die jeweils andere. Es war ein süßer Tanz der
Leidenschaft, den sie vollführten, während vier Hände in eine dicke Schicht
von Schaum eintauchten und damit beschäftigt waren, Hals, Schultern, Arme
und Bauch einzuseifen.
Nicholas drückte Cecile mit dem Rücken gegen die Duschwand,
betrachtete ihre nassen bebenden Brüste und begann an ihren rosigen Spitzen
zu knabbern.
Ihre Finger krallten sich in sein Haar und langsam, ganz
langsam ging er in die Knie, während er den sanften Hügel ihrer Brüste, die
weiche Linie ihres Bauches und ihren Venushügel gekonnt mit der Zunge
liebkoste. |