Erotische Romane von Frauen für Frauen...

 

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Die Abenteurerin

Antje Grüger

 

Preis eBook: € 2,50

Format: Adobe Reader PDF

Erotikfaktor: 

Genre(s): Historisch

Themen: Vanilla, Bisexuell, Ménage à trois, Novelle

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eBook per PayPal (kein Sofort-Download):

 

 

 

 

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Inhaltsangabe:

 

1898: Marylène Marello ist eine Hochstaplerin, Diebin und eine Meisterin der Verkleidung. Stets ist sie auf der Suche nach aufregenden Männern und wertvollen Juwelen. Sie reist mit ihrem Bruder und Helfershelfer Marco in die Donaumetropole Wien, da sie dort einen legendären Rubin ergaunern will. Rasch schafft sie es, als "Chandrah Shilar" das Interesse des Besitzers des Rubins zu wecken. Allerdings rechnet sie nicht damit, dass auch der charmante Taugenichts Roberto im Auftrag eines Gläubigers hinter dem Juwel her ist ...

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Über die Autorin:

 

Antje Grüger wurde 1967 in Bielefeld geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine  Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und Industriekauffrau. Bis zur Geburt ihrer Tochter arbeitete sie als Exportsachbearbeiterin in einer Glaskunstfirma. Antje Grügers Hobbies sind Bauchtanz, Harfe, Seidenmalerei und Computerspiele (mit mittelalterlichem Flair...).

 

Besuchen Sie auch die Website von Antje Grüger: www.silbermond67.de.

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Leseprobe:

 

Szene 1

 

Marylène ließ wenige Tropfen duftendes Rosenöl auf den Ansatz ihrer Brüste tropfen und vollführte eine fehlerfreie Pirouette vor dem Spiegel. Sie drapierte einige ihrer schwarzen Locken gekonnt auf ihrem Dekolletee und war mit ihrem Erscheinungsbild rundum zufrieden.

„Was meinst du, welche Stadt werden wir als nächstes in Angriff nehmen? Vielleicht sollten wir nach Paris reisen, was hältst du davon? In einigen Tagen werde ich meine schwarze Haarfarbe mit Sicherheit wieder leid sein. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr daran erinnern, welche Haarfarbe ich eigentlich habe. Ich glaube, ich werde mir als nächstes die Haare rot färben, denn die Farbe passt sehr gut zu diesem dunkelgrünen Kleid, das ich gestern gekauft habe.“

„Meinst du, welche Stadt oder welche Männer?“ Die Frage ihres Bruders Marco, der ein ebensolcher Verwandlungskünstler war wie sie selbst, hatte einen spöttischen Unterton. Manchmal trat er als ihr Diener auf, manchmal als eine Art diskreter „Vermittler“, der für sie nach lukrativen Herren Ausschau hielt, deren Geldbeutel locker genug saßen, um davon zu profitieren.

„Aber du hast recht“, fuhr er fort, „du hast hier in Wien genug Männerherzen gebrochen. Es wird Zeit für einen kleinen Ortswechsel.“

„Aber nicht, bevor ich meinen Plan hier ausgeführt habe. Er steht kurz vor der Vollendung. Der Rubin ist sozusagen nur noch eine Verführung weit entfernt.“ Sie lächelte schelmisch und tupfte noch etwas Rosenöl auf ihr Dekolletee.

„Siehst du? Er ist wie geschaffen dafür, hier seine letzte Ruhestätte zu finden – und er würde hier wie auf Samt ruhen“, schmunzelte sie, während sie die zarte Haut unterhalb ihres Schlüsselbeins streichelte.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut du deine Pläne in die Tat umsetzen kannst. Noch vor einigen Tagen hätte ich es für unmöglich gehalten, dass du diesen Selik überhaupt kennenlernst – und jetzt würde er für dich alles geben.“ Marco konnte nicht verhindern, dass ein Anflug von Bewunderung in seiner Stimme mitschwang.

 

 

Szene 2

 

Marylène zog die Spitzendecke in ihrem großen Himmelbett etwas herunter und lauschte. Sie meinte noch immer, den Geschmack der Erdbeeren, Pfirsiche und Kirschen zu schmecken, die sie sich gegenseitig von ihren Körpern gepflückt hatten. Wenn sie nur wüsste, wer er in Wirklichkeit war. Nach ihrer erregenden Fotositzung war er wieder verschwunden. Nur das Ticken der großen Standuhr war zu hören. 3 Uhr nachts. Ihr ganzer Körper bebte noch nach dem überwältigenden Erlebnis in dieser Nacht.

Es war nun tatsächlich an der Zeit, von hier zu verschwinden. Wenn sie noch länger bleiben würde, so wie Selik es gewünscht hatte, musste sie fürchten, ihr Herz zu verlieren. Selik wollte sie als williges Objekt seiner voyeuristischen Begierden, und sie fürchtete, der anonymen Anziehungskraft des maskierten Mannes noch mehr zu verfallen. Und das war etwas, was sie vermeiden wollte: die Kontrolle zu verlieren. Der Rubin hatte sicher auch einen äußerst materiellen Wert, der sich in klingende Münze umsetzen ließe.

Vorsichtig schob sie die dünne Spitzendecke beiseite und schlüpfte in ihr Gewand. Dann öffnete sie langsam die Tür und sah hinaus auf den Flur. Selik schlief in einem anderen Zimmer. Sie wusste nicht, ob und wo sich der seltsame maskierte Mann aufhielt, nur, dass er davon gesprochen hatte, am nächsten Morgen noch eine weitere Fotositzung mit ihr zu machen. Am nächsten Morgen – wenn sie bereits in einer anderen Verkleidung auf dem Weg nach Paris wäre – im Besitz des magischen Rubincolliers.

Leise schlich sie durch den Gang hinaus bis zu der kristallenen Vitrine, in der Selik das Rubincollier aufbewahrte. Sie kannte inzwischen die geheime Zahlenkombination, um den Schrank zu öffnen. Oft genug hatte sie gesehen, wie er den Schmuck aus der Vitrine genommen hatte. Ihr Herz klopfte dennoch so laut, dass sie meinte, jeder müsste es hören, als sie mit zitternden Fingern die geheime Zahlenkombination einstellte und mit einem Aufseufzen hörte, dass sich das Schloss öffnete.

Vorsichtig nahm sie das Collier heraus und wollte es gerade in ihrem kleinen Samtbeutel verstauen, als sie hinter sich eine Stimme hörte, die sie zusammenzucken ließ. Wo, zum Teufel, hatte sie diese Stimme nur schon einmal gehört?

„Gräfin Malchurzká, wie erfreut, Sie zu sehen.“

Sie keuchte auf, als sie hinter sich eine dunkle Gestalt sah, die sich ihr näherte.

„Was fällt Ihnen ein ... was erlauben Sie sich ... ich bin nicht Gräfin Malchurzká!“

In der Aufregung hatte sie jedoch wieder ihren russischen Akzent angenommen, den sie immer mit diesem Namen in Verbindung brachte.

„Nein, ich weiß, dein Name ist Chandrah.“ Die Stimme klang jetzt spöttisch. „Aber ich bin sicher, dass du noch ein Dutzend anderer Namen hast.“

„So eine Unverschämtheit, ich werde gleich anfangen zu schreien, wenn Sie ...“

„Das würde ich an deiner Stelle nicht tun, denn dann wird unser Mäzen sicher schnell herausfinden, was du dort in deiner Hand versteckt hältst, und ich bin sicher, dass ihm das gar nicht gefallen wird.“

Ein Mondstrahl fiel jetzt durch das Fenster und warf einen Lichtschein auf sein Gesicht, das sie aufgrund der Maske jedoch noch immer nicht erkennen konnte.

Ihr Körper prickelte, als sie fühlte, wie er mit stählernem Griff ihr Handgelenk umfasste, so dass das Collier zu Boden fiel. Vorsichtig nahm er es auf und strich langsam, fast zärtlich, mit den Fingerspitzen darüber.

„Letzte Nacht ist etwas geschehen, mit dem weder ich noch Selik gerechnet haben. Ich hatte nur den Auftrag, mit dir für Fotos zu posieren. Aber offensichtlich bist du dem Rubin genauso verfallen wie ich, und wir können uns beide nicht dem Zauber dieses Steines entziehen. Zudem ist er sicherlich auch ein äußerst kostbarer Edelstein.“

Marylène wurde schwindelig, sie hielt sich mit zitternden Händen an einer Tischkante fest. Die Ereignisse begannen sich zu überschlagen, und sie hatte schon vor einiger Zeit die Kontrolle über sie verloren.

Der Rubin begann jetzt zu glühen wie ein flammendes Herz und sandte funkelnde Lichtpfeile zwischen ihnen hin und her. Das Verlangen, diesen Mann zu berühren, war überwältigend. Als sie die Hand ausstreckte, fühlte sie wieder, wie sich etwas in ihr Bewusstsein drängte und ihre Seele mit allen Sinnen verschlang. Sie musste ihn haben – doch er zog seine Hand zurück.

„Ich schlage dir einen Handel vor, werte Chandrah. Ich sehe, dass keiner von uns auf diesen Rubin verzichten kann. Wir beide brauchen ihn wie die Luft zum Atmen, das Wasser, das unsere Haut berührt ... lass uns von hier fliehen. Wie ich sehr wohl gefühlt habe, bist du nicht jemand, der lange Zeit an einer Stelle verweilen will. Es widerspräche deiner wahren Natur, dich als dauerhafte Liebessklavin den voyeurstischen Trieben des indischen Fürsten zu ergeben. Wenn du jedoch mit mir kommst, verspreche ich dir einen gerechten Anteil an allem, was wir durch den Rubin erlangen können.“

Marylène biss sich auf die Lippen. Das Angebot schien verlockend. Andererseits fühlte sie auch, wie eine eiserne Hand ihr Herz umklammerte. Er hatte sie gewissermaßen in der Hand. Er könnte Selik rufen, und dann wäre sie als das entlarvt, was sie wirklich war – eine Lügnerin und Diebin – andererseits, was konnte es schaden, mit diesem verführerischen Mann ihre Reise ins Ungewisse fortzusetzen?

Doch sie konnte sich nicht daran hindern zu fragen: „Und was ist, wenn ich mich weigere?“

„Dann werde ich mit deinem hübschen Körper ein sehr reizvolles Fesselspiel veranstalten.“ Er grinste unverschämt.

Marylène zischte: „Unterschätzt nicht meine Entfesselungskünste. Aber nun gut, ich nehme an, es gibt Schlimmeres, als mit Euch in einer Kutsche zu sitzen oder neben Euch auf einem Pferd zu reiten.“

Sollte er nur denken, dass sie sich seinen Wünschen fügen würde.

Sie war sich gewiss, dass es ihr gelingen würde, auf ihrer Reise den Rubin letztendlich nur für sich alleine zu gewinnen.

Als hätte er ihre Gedanken erraten, ließ er das Rubincollier in ihrem Samttäschchen verschwinden und steckte beides in seine Westentasche. „Das nehme ich erst einmal an mich. Nicht, dass es noch abhanden kommt. Und jetzt lasst uns von hier verschwinden.“

 

***

 

„Es gibt noch eine Bedingung, die Ihr erfüllen müsst, wenn ich mit Euch komme.“ Marylène hatte gerade das letzte Kleid in ihrem Reisegepäck verstaut und sah hinunter auf die Straße, auf der ihr Bruder gerade die Pferde sattelte.

„Das fällt dir aber sehr spät ein, holde Dame.“ Er ließ lächelnd einen ihrer Seidenschals durch die Finger gleiten und betrachtete sie im Spiegel. Unglaublich, in wie kurzer Zeit sie ihr Aussehen wieder verändert hatte. Nur die leichte Bräune auf ihrer Haut hatte sie noch nicht abgewaschen, und er war sich sicher, dass auch ihre schwarze Haarfarbe nicht ihre natürliche Haarfarbe war. Doch jetzt hatte sie ihre Haare hochgesteckt und unter einer Mütze verborgen. Ihr schlanker Körper steckte in engen Lederhosen und einem weißen Hemd, und an den Füßen trug sie lange Lederstiefel. Sie machte aus der Entfernung einen äußerst maskulinen Eindruck. Niemand hätte in ihr die indische Schönheit vermutet, die sich noch vor wenigen Stunden seinen Augen dargeboten hatte.

Sie drehte sich abrupt um und wollte mit ihren Fingern nach seiner Maske greifen.

„Kein Versteckspielchen mehr. Ich will endlich wissen, wer sich hinter dieser Maske verbirgt.“ Er drehte sich geschickt weg, um ihr zu entkommen.

„Alles zu seiner Zeit, schöne Dame. Aber ich verspreche dir, das Geheimnis wird sich bald für dich lüften.“

Sie hatte beschlossen, keine Kutsche zu benutzen, da es gewiss zu auffällig wäre, stattdessen fiel ihre Wahl auf drei Pferde. Mit unbeweglicher Miene hatte sie sogar den Großteil ihrer Kleidung in die große Badewanne in ihrem Wirtszimmer geworfen und sie dann angezündet. Es zerriss ihm fast das Herz, den schönen orangegoldenen Sari oder das Kleid mit dem weiten Reifrock, das sie als Gräfin Malchzurká getragen hatte, in Flammen aufgehen zu sehen. Doch sie wollte keine Spuren hinterlassen, nichts sollte mehr an die Gräfin Malchurzká erinnern oder die Inderin Chandrah. Dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, einen beträchtlichen Geldbetrag als Bezahlung für die Übernachtungen auf dem Tisch ihres Zimmers liegen zu lassen. Man konnte ihr viele Vergehen nachsagen, das Vergehen der Zechprellerei war jedoch nicht dabei. Es war kurz vor Einbruch der Morgendämmerung, und fast niemand war auf der Straße zu sehen. Wiederum versetzte es ihn in Erstaunen, wie es ihr gelang, ihr restliches Gepäck auf einem Pferderücken zu verstauen. Wenig später waren sie auf dem Weg ins Ungewisse, und es war ihr, als hörte sie den Rubin in seinem Gepäck singen.

 

***

 

Die Sonne streichelte ihren Körper wie ein seidenes Tuch, und sie streckte genussvoll die Arme aus, nachdem sie eine Handvoll kühles Wasser aus dem Teich vor ihr geschöpft und über ihren Körper hatte rieseln lassen.

Es war an der Zeit, die letzten Spuren ihres alten Lebens hinter sich zu lassen. Mit dem Ufersand rieb sie sich gründlich die dunkle Farbe ab, die ihren Körper zu einer dunkelhäutigen indischen Schönheit gemacht hatte. Dann beugte sie sich vor, um ihre schwarzen Haare ins Wasser zu tauchen, die sich wie dunkle Schlingpflanzen vor ihr im Wasser ausbreiteten. Sie versuchte die dunkle Farbe herauszuwaschen, was jedoch nicht so einfach war. Da bemerkte sie, dass sich jemand von hinten näherte und fühlte bald darauf ein paar Hände, die ihren Kopf sanft berührten. Sie stöhnte auf, als geschickte Fingerspitzen ihre Kopfhaut massierten.

„Darf ich dir helfen, kleine Hexe? Oh, ich hätte es wissen müssen – du hast tatsächlich flammendrote Haare“, sagte er, als sich die dunkle Farbe aus einigen Haarsträhnen schließlich entfernen ließ. Er hatte bereits einige Zeit hinter einem Baum gestanden und sie beobachtet. Den sanften Schwung ihres Körpers, als sie sich nach vorne beugte, um ihre nassen Haare auszuschütteln, ihre Fingerspitzen, die über ihre Haut glitten, um die Farbe abzuwaschen, und auch, als sie etwas länger als nötig auf den runden, harten Brustwarzen verharrten, während Wassertropfen an ihrem Körper herabperlten.